Neue Welle spült Altes fort

Die Bürgergemeinde Arbon baut derzeit ein Alters- und Pflegeheim. Für den Betrieb verantwortlich ist eine neue Stiftung, in die auch das bestehende Bürgerheim übergegangen ist.

Markus Schoch
Drucken
Stiftungsratspräsident Alfred Näf und Heimleiter Volker Vatter vor dem Signet der neuen Stiftung Seevida. (Bild: Markus Schoch)

Stiftungsratspräsident Alfred Näf und Heimleiter Volker Vatter vor dem Signet der neuen Stiftung Seevida. (Bild: Markus Schoch)

ARBON. Das 1920 eröffnete Bürgerheim «Bergfrieden» an der Römerstrasse in Arbon ist Geschichte. Zumindest dem Namen nach. Das 2013/14 sanierte Traditionshaus mit 21 Einzelzimmern und einem Ferienzimmer heisst jetzt «Alma». Und es gehört nicht mehr der Stiftung Bürgerheim Bergfrieden, sondern der Stiftung Seevida, bei der allerdings die gleichen Personen das Sagen haben wie bei der Vorgängerorganisation. Im Stiftungsrat sitzen die Verwaltungsratsmitglieder der Arboner Bürgergemeinde.

Hat nicht mehr gepasst

Die alten Namen und Strukturen hätten nicht mehr gepasst, sagt Stiftungsratspräsident Alfred Näf, der jetzt auch lieber von «Lebensräumen fürs Alter» statt von Heimen redet, mit Verweis auf die jüngste Entwicklung. Konkret: Die Bürgergemeinde baut derzeit für 9 Millionen Franken zusätzliche Lebensräume für ältere Menschen an der Berglistrasse. Das neue Haus dort heisst «Selma» und verfügt über 23 Einzel- und zwei Ferienzimmer – alle mit Loggia und Blick auf den Park. Teil der Anlage ist auch die bestehende Villa, wo es unter anderem einen Speise- und Aufenthaltsraum sowie Büros (auch für die Bürgergemeinde) gibt. Die beiden 4-Zimmer-Wohnungen im ersten und zweiten Stock werden altersgerecht saniert. Die Stiftung Seevida wird sich an der Berglistrasse bei der Bürgergemeinde einmieten, welche die Liegenschaft in ihrem Besitz behält. Aber damit keinen Profit erwirtschaften will, wie Näf betont. «Wir müssen die Investition decken und den Unterhalt finanzieren können. Mehr nicht.»

In neuen Jahr bezugsbereit

Es ist vorgesehen, dass Anfang des nächsten Jahres die ersten Bewohner im Haus Selma einziehen, das für Harmonie und Frieden steht und in der zweiten Jahreshälfte voll belegt sein soll. «Wir sind zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen», sagt Näf. Auf der Warteliste hätten sich schon viele Interessenten eingeschrieben. Willkommen sind nicht nur Arboner Bürger, sondern alle, die ein familiäres Umfeld suchen, betont der heutige Heimleiter und künftige Geschäftsleiter Volker Vatter. Die beiden 4-Zimmer-Wohnungen in der Villa stehen ebenfalls ab Januar 2017 Mietern zur Verfügung.

Vorderhand wird weiter das Pflegeheim Sonnhalden das Essen für die Seevida-Häuser liefern. «Unser mittelfristiges Ziel ist es aber, wieder eine eigene Küche in Betrieb zu nehmen», sagt Näf. Der nötige Platz ist vorhanden.

20 neue Arbeitsplätze

Die Suche nach Mitarbeitern ist angelaufen. «Mit der Erweiterung werden ca. 20 zusätzliche Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit geschaffen», sagt Näf. Er und Vatter hoffen, das die eine oder andere Mitarbeiterin des Ende Jahr schliessenden Evangelischen Alters- und Pflegeheims bei ihnen anfängt.

Aktuelle Nachrichten