Neue Publikation mit St. Galler Lücken

Ein neuer Hotelführer stellt rund 200 Seminarhotels in der Schweiz vor. Aus St. Gallen sind nicht alle dabei, die man in einer solchen Publikation erwarten würde. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Kosten sind nur einer.

Andreas Kneubühler
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Fehlt im «Seminarguide»: Das Kongresszentrum des Hotels Einstein. (Archivbild: Urs Jaudas)

Fehlt im «Seminarguide»: Das Kongresszentrum des Hotels Einstein. (Archivbild: Urs Jaudas)

«Seminarguide 2013» heisst ein neuer Hotelführer, der sich auf «Seminarhotels, Konferenzzentren und Tagungsstätten» spezialisiert hat. Auf dem Cover prangt das Logo von Schweiz Tourismus.

Auch im Buchhandel erhältlich

In der Schweiz werde die neue Publikation direkt an die Zielgruppe verteilt, erklärt Verleger Alfred Haefeli auf Anfrage: An Unternehmen, die mehr als 25 Mitarbeiter haben, an Vereine oder öffentliche Verwaltungen. Die Publikation mit einer Auflage zwischen 8000 bis 10 000 Exemplaren ist darüber hinaus auch im Buchhandel erhältlich. Im Ausland gibt Schweiz Tourismus den Führer an Interessierte ab. Der Guide sei «für die Evaluation eines geeigneten Seminar-, Tagungs- oder Event-Zentrums unentbehrlich geworden», heisst es in der Eigenwerbung der Faro Verlag AG aus Lenzburg.

Das Hotel Einstein fehlt

Aus der Stadt St. Gallen wird im neuen Führer das Hotel Radisson Blu vorgestellt, im benachbarten Abtwil das der Migros gehörende Hotel Säntispark. Interessanter als die Betriebe, die aufgeführt werden, sind aber vielleicht diejenigen, die nicht vorkommen. Zu den St. Galler Abwesenden gehört das Hotel Einstein im Stadtzentrum, das 2009 mit einem 55 Millionen Franken teuren Neubau für Tagungen und Kongresse ergänzt wurde.

Die Hotels seien nach «klar definierten Kriterien» ausgewählt und von den Herausgebern geprüft worden, heisst es zur Auswahl vage im Seminarguide. Nur: Welche Kriterien sind gemeint? Hotels hätten qualitative Anforderungen zu erfüllen, erklärt Herausgeber Alfred Haefeli. Aber sie müssten auch einen Beitrag zahlen. Eine solche Publikation koste viel Geld, sie sei aber nach wie vor in gedruckter Form erwünscht. Dieses – offenbar übliche – Geschäftsmodell ist für Nutzer des Seminarguide nicht transparent.

Viele Anfragen

Damit liegt der Schluss nahe, dass das Hotel Einstein mit seinem Kongresszentrum nicht im Guide vertreten ist, weil es nicht zahlen wollte. Ist die Publikation zu wenig interessant? Wenn er sehe, welche Angebote etwa für Zürich verzeichnet seien, «dann hat uns die Auswahl wohl nicht zugesagt», erklärt dazu Einstein-General-Manager Markus Kraus.

Bei einem solchen Entscheid spiele der Preis natürlich eine Rolle oder auch die Verteilung. Es gebe viele Anfragen für solche Publikationen, er wisse deshalb in diesem speziellen Fall nicht, ob man überhaupt kontaktiert worden sei, sagt Markus Kraus.

Ganz offensichtlich hat das Einstein-Management aber bei einem zweiten Produkt aus dem gleichen Verlagshaus anders entschieden: Im Ferienguide mit «Schweizer Wohlfühlhotels» ist das «Einstein» mit von der Partie. Sogar als einziges Hotel aus der Stadt St. Gallen.

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