Neue Plätze heiss begehrt

GOSSAU. In Gossau gibt es zu wenige Hortplätze. Der einzige Tageshort ist seit Jahren überbelegt. Seit kurzem gibt es zusätzliche Plätze, eine Warteliste besteht für Schulkinder aber nach wie vor.

Herbert Bosshart
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Vereinspräsidentin Helen Alder (links) und Hortleiterin Manuela Schwager mit drei Kindern aus dem Hort. (Bild: Herbert Bosshart)

Vereinspräsidentin Helen Alder (links) und Hortleiterin Manuela Schwager mit drei Kindern aus dem Hort. (Bild: Herbert Bosshart)

«Unser Tageshort entspricht einem grossen Bedürfnis», sagt Helen Alder, seit zwei Jahren Präsidentin des Gossauer Vereins Kindertagesbetreuung. «Seien es Alleinerziehende, Doppelverdiener, Ehepaare in Notsituationen, als Ergänzung zur Tagesmutter oder einfach der Wunsch nach professioneller Betreuung der Kinder – die Nachfrage nach einem Platz im Hort ist auch in Gossau sehr gross.»

Steigende Kinderzahlen

Den Gossauer Tageshort gibt es in der heutigen Form seit 15 Jahren. 1997 als privater Trägerverein für einen Tageshort für Vorschulkinder gegründet, wurden die früheren Einrichtungen an der Florastrasse und im Marienheim an der Quellenhofstrasse im Sommer 2000 im Haus Kirchstrasse 11 zusammengefasst. Mittlerweile werden auch Schulkinder bis zur 6. Klasse betreut – weil die «Schule bisher nichts Vergleichbares anbietet», wie Helen Alder, die auch Schulrätin ist, erklärt.

Auf 30 Plätze aufgestockt

Anfänglich reichten die 20 angebotenen Hortplätze. Seit dem Jahr 2007 liegt die durchschnittliche Auslastung des Tageshorts aber immer über 100 Prozent. «Zudem haben wir eine immer länger werdende Warteliste geführt», sagt Manuela Schwager, die den Tageshort Gossau seit zehn Jahren leitet. Auf Antrag hat das kantonale Amt für Soziales nun zehn weitere Plätze bewilligt. «Unser Hort wurde auf Herz und Nieren geprüft. Im Frühling haben wir dann die Bewilligung zur Vergrösserung unseres Angebotes um 50 Prozent auf insgesamt 30 Plätze erhalten», erklärt Manuela Schwager. Das Angebot des Gossauer Tageshorts umfasst deshalb seit den Sommerferien zwei Vorschulgruppen, die «Smarties» und die «Farfallas» für Kinder von drei Monaten bis zum Kindergarten, und eine Schülergruppe, die «Garfields» für Kinder ab dem Kindergarten bis zur 6. Klasse. Weil die Betreuung der Kleinkinder bis 18 Monate besonders zeitintensiv ist, ist die Zahl der Baby-Betreuungsplätze – trotz grosser Nachfrage – auf drei beschränkt.

Der Tageshort an der Kirchstrasse 11 ist an Werktagen von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet. Während die Vorschulkinder in der Regel halb- oder tageweise den Hort besuchen, werden die Schulkinder vor- und nach der Schule sowie über Mittag betreut. Das Team der Betreuerinnen umfasst neben Hortleiterin Manuela Schwager fünf ausgebildete Fachfrauen und eine Aushilfe, drei Lehrfrauen, zwei Praktikantinnen sowie eine Köchin und eine Raumpflegerin mit insgesamt 1050 Stellenprozenten.

Warteliste besteht noch immer

Mit der Aufstockung des Angebotes konnte ein Teil der Warteliste abgebaut werden. «Vor allem für die Vorschulkinder ist die Chance, einen Hortplatz zu erhalten, gestiegen. Die vergrösserte Schülergruppe ist jedoch schon wieder voll. Die entsprechende Nachfrage ist sehr gross», sagt Helen Alder.