Neue Lehrkräfte diplomiert

Die Pädagogische Hochschule St. Gallen hat 69 neue Oberstufenlehrkräfte in die Praxis entlassen. An der Diplomfeier am Donnerstagabend sprach Iwan Rickenbacher zur Herausforderung, eine Lehrperson zu sein.

Claudia Schmid
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Die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche Linsebühl bildete wie immer einen würdigen Rahmen der PHSG-Diplomfeier. (Bild: Urs Bucher)

Die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche Linsebühl bildete wie immer einen würdigen Rahmen der PHSG-Diplomfeier. (Bild: Urs Bucher)

Der ehemalige CVP-Generalsekretär und heutige Kommunikationsberater liess sich in jungen Jahren zum Primar- und Sekundarlehrer ausbilden. Von 1975 bis 1988 leitete er das Lehrerseminar im Kanton Schwyz. In seiner Festansprache nahm Iwan Rickenbacher die Geschichte der Bildung unter die Lupe. Er zeigte auf, dass immer wieder andere Gruppen Einfluss auf die Schule nahmen; angefangen bei den Mönchen in den Klöstern über die staatliche Administration bis zu den Parteien.

Forderungen vertreten

«Nach einer Zeitspanne von 150 Jahren professioneller Lehrerinnen- und Lehrerbildung, in der oft andere sagten, wer mit welchen Eigenschaften geeignet sei, Pädagogin und Pädagoge zu sein, sollten wir das Feld nach der Kirche und dem Staat nicht einfach den Parteien überlassen», erklärte der Festredner. Und: «Wir sollten mit Unterstützung unserer Berufsverbände in erster Linie selber definieren, wie wir unsere Aufgabe verstehen.»

Mindestens 50 Prozent jener Politikerinnen und Politiker, die in den nächsten Jahren Bildungspolitik betreiben würden, hätten nämlich mit Kindern und Jugendlichen nichts am Hut. Es seien kinderlose Singles, deren Schulerfahrung Jahrzehnte zurückliege. «Was wir bisher nicht so gut beherrschen und was wir von den Bauern lernen könnten: Wir sollten über alle Unterschiede hinweg uns bemühen, einige wenige Forderungen gemeinsam zu vertreten.

Um den Beruf der Lehrerin und des Lehrers auch für die jetzige und die nachfolgende Generation attraktiv zu erhalten, brauche es Massnahmen, wie sie unter anderem auch die Berufsorganisation der Lehrerinnen und Lehrer fordere. Konkret nannte Iwan Rickenbacher gute Rahmenbedingungen für den Unterricht bezüglich Pflichtlektionenzahl, angemessene Lerngruppengrössen und ausreichende personelle, räumliche und didaktische Ressourcen.

PHS-Rektor Erwin Beck gratulierte den neuen Oberstufenlehrkräften zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Zusammen mit Prorektor Martin Annen übergab er die Diplome. Zudem wurden drei Masterarbeiten prämiert. Sie mussten mindestens mit der Note 5.5 bewertet sein und über einwandfreie wissenschaftliche Qualität verfügen. Die beste Arbeit trägt den Titel «Vermutete Populationsänderungen von Mauereidechsen und Zauneidechsen im Kanton Thurgau und deren mögliche Ursachen» und stammt von Michael Schmid. Geehrt wurden auch Emanuel Scialdone für seine Masterarbeit über die Wirkung von zuckerfreien Energy Drinks auf die sportliche Leistungsfähigkeit im Boxen und Claudia Nagel für ihre Arbeit zur Kompetenzvermittlung im Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt nach dem Lehrplan 21 am Beispiel über verantwortungsvollen Umgang mit Geld.

Weitere Diplomübergaben

Gefeiert wurden in der Kirche Linsebühl nicht nur die neuen Oberstufenlehrer. Am selben Abend wurden auch die Diplome für Lehrer mit Erweiterungsstudium, für berufskundlichen Unterricht und Unterricht an höheren Fachschulen überreicht.

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