Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Neue Kunst mit Verlusten

Im Universitätsgebäude an der Tellstrasse stellen wieder neue Künstler aus. Es sind Installationen, Fotografien und Plastiken aus aller Welt zu sehen. Nicht alle Objekte aber haben den Weg nach St. Gallen heil überstanden.
Elisabeth Reisp
Roman Signer, Yvette Sánchez und Albert Kriemler (von links) vor den Werken von Raùl Rebolledo. (Bild: Urs Bucher)

Roman Signer, Yvette Sánchez und Albert Kriemler (von links) vor den Werken von Raùl Rebolledo. (Bild: Urs Bucher)

Sara Benaglia, Raùl Rebolledo, Javier Artero, Warattaya Bullôt und Jiwon Kim heissen die noch unbekannten Kunstschaffenden, die für sechs Monate an der Tellstrasse 2 ausstellen dürfen. Unter anderem Roman Signer, Albert Kriemler, Thomas Scheitlin und Stefan Kölliker haben ihnen an der gestrigen Vernissage von Art@Tell die Ehre erwiesen.

Uni will nicht mit Kunst handeln

Das Projekt Art@Tell ist noch jung, es ist erst die dritte Ausstellung an der Tellstrasse 2. Junge Künstler, die noch keiner Galerie zugehören, erhalten die Gelegenheit auszustellen. Sie kommen aus aller Welt. «Nur von Afrika hatten wir bisher noch keine Künstler», sagt Yvette Sánchez, Präsidentin der HSG-Kunstkommission. Wichtig sei vor allem der Auftritt auf der HSG-Webseite. Dort werden die Kunst und die Künstler per Video-Interview vorgestellt.

Gekauft werden können die Bilder allerdings nicht. Denn als Kunsthändlerin tritt die Universität St. Gallen nicht auf. Geht es nach Sánchez, soll sich das aber ändern. Dazu möchte sie den Verein Alumni um Hilfe bitten. «Idealerweise können irgendwann die ausgestellten Bilder über den Verein bezogen werden», sagt sie. Dies diene auch den Künstlern. Die Transport-Kosten seien sehr hoch. Diese werden zwar von einem Alumnus übernommen, der als Mäzen auftritt. Die Kunstschaffenden verdienen mit der Ausstellung aber nichts.

Beim Transport verschwunden

Dass die Ausstellung, so wie sie sich präsentiert, gestern eröffnet werden konnte, war Glückssache. Beim Transport in die Schweiz ist ein Objekt beschädigt worden und ein weiteres Werk, bestehend aus zwei Objekten, ist ganz verschwunden. «Die Künstlerin Sara Benaglia hatte noch die Prototypen», sagt Sanchez. Die seien zwar nicht ganz so filigran wie die eigentlichen Kunstobjekte, erfüllen zur Not aber ihren Zweck. Die Italienerin Sara Benaglia befasst sich in ihrer Performance mit dem Körperkult – «der Selbstkonditionierung des Körpers und dem Streben nach permanenter Leistungssteigerung». Dazu setzt sie zwei chromierte Objekte auf einer schwarzen Humusschicht in Szene. Geprägt von der Leistungsgesellschaft, assoziiert sie ein jeder mit einem Fitnessgerät. Obwohl dem Betrachter nicht ersichtlich ist, für welche Sportübung die Objekte gut sein sollen.

Der aus Mexiko stammende Raùl Rebolledo verarbeitet die in seinem Land dominierenden Themen wie Kokain, Mindestlohn und den Wert von Waffen. Dies drückt er unter anderem in einer Skulptur aus, die vergoldete Patronen darstellt.

Film und Haar

Für das Auge gefällige Symmetrie bieten die Fotografien der Neuseeländerin Warattaya Bullôt. Sie zeigen anonyme Nicht-Orte, daher auch der doppeldeutige Namen «Know where». Die Werke der Südkoreanerin Jiwon Kim tragen den Namen The Artist's Hair und deuten gemäss Kunstbeschrieb an, dass für einmal den etablierten Meisterwerken die Hauptrolle entzogen und auf ein einzelnes Haar übertragen wird. Die Haare stammen von der Künstlerin selbst.

In einer abgedunkelten Lounge wird schliesslich die Videoarbeit des Spaniers Javier Artero gezeigt. Er zeigt in seinen bewegten Bildern paradoxerweise Nichtbewegung und Stillstand. Arteros Verlangsamung ist gemäss Kunstbeschrieb ein Stresstest für die Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit.

Die Werke können im HSG-Gebäude an der Tellstrasse 2 besichtigt werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.