«Neue Krippen müssen kämpfen»

Ab dem kommenden Jahr erhalten die Kinderkrippen der Stadt mehr Geld. Wie diese Subventionen verteilt werden, ist umstritten. Gerade neue Kita-Betreiber brauchen Biss und pochen auf Gleichberechtigung.

Roger Berhalter
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Von 300 auf 330: Die Stadt finanziert ab dem kommenden Jahr 30 Kinderkrippen-Plätze mehr. (Bild: Ralph Ribi)

Von 300 auf 330: Die Stadt finanziert ab dem kommenden Jahr 30 Kinderkrippen-Plätze mehr. (Bild: Ralph Ribi)

Junge, berufstätige Eltern haben Grund zur Freude. Die Stadt hat die Subventionen an die Kinderkrippen kürzlich um 480 000 Franken auf 5,3 Millionen Franken erhöht. Das heisst, dass ab dem kommenden Jahr weitere 30 vergünstigte Krippenplätze zur Verfügung stehen (siehe Kasten). «Das ist ein schöner Entscheid. So haben wir mehr Spielraum, wenn wir die subventionierten Plätze auf die Krippen verteilen», sagt Claudia Wiedemann Zaugg vom städtischen Amt für Gesellschaftsfragen. Einmal im Jahr entscheidet das Amt aufgrund der Auslastung, welche Tagesstätte künftig wie viele Subventionen erhält. Diese Verteilung löst immer wieder Diskussionen aus – zuletzt auch im Stadtparlament, als es darum ging, die Beiträge an die Krippen zu erhöhen.

Für viele Eltern entscheidend

Die jüngste subventionierte Krippe der Stadt ist die Kita Zauberlehrling in St. Georgen. Drei Frauen haben sie im April 2014 eröffnet, um etwas gegen den Mangel an Betreuungsplätzen zu tun. Mittlerweile gehen rund 25 Kinder ein und aus. Zwölf Betreuungsplätze bietet die Kita an, davon zwei subventionierte. «Das ist im städtischen Vergleich sehr wenig», sagt Ariane Forster, eine der drei Geschäftsführerinnen. Dabei seien günstige Betreuungsplätze auch im finanziell besser gestellten St. Georgen gefragt. «Wir merken das bei den Anmeldungen. Viele Eltern sagen von vornherein, dass für sie nur ein subventionierter Platz in Frage komme.» Für 2016 hat die Kita Zauberlehrling zusätzliche Subventionen beantragt. «Es geht uns nicht darum, anderen die Plätze wegzunehmen», sagt Forster. «Es geht um Gleichberechtigung. Auch die Eltern der durch uns betreuten Kinder sollen von den Subventionen profitieren können.» Als neuer Anbieter von Krippenplätzen brauche es Biss und Durchhaltevermögen: «Neue Krippen müssen kämpfen», sagt Forster. Die Verteilung der Subventionen sei nicht für jeden nachvollziehbar.

Umverteilen ist nicht einfach

«Keine Krippe hat Anspruch auf Subventionen», sagt Claudia Wiedemann Zaugg von der Stadt. Man überprüfe die Begehren einmal im Jahr und behandle dabei alle Krippen gleich. Eine Umverteilung sei nicht so einfach, weil immer auch Familien betroffen seien. Wenn aber ein subventionierter Platz länger nicht belegt werde, ziehe man ihn einer Krippe ab und stelle ihn einer anderen zur Verfügung.

Fragen zum Geschäftsmodell

Ariane Forster von der Kita Zauberlehrling ist der Meinung, dass es eine mehrheitlich subventionierte Krippe finanziell vertragen müsse, wenn einzelne vergünstigte Plätze wegfielen. «Sonst ist sie zu stark von den Subventionen abhängig, dann setze ich ein Fragezeichen bei der Wirtschaftlichkeit.» Dass die Stadt weitere 30 Krippenplätze finanziert, findet Forster sehr begrüssenswert: «Das dient nicht nur den begünstigten Familien, sondern der ganzen Stadt.»