Neue Heimat für Pétanque-Spieler

Morgen feiert der Pétanque-Club St. Gallen-Appenzell-Thurgau sein zehnjähriges Bestehen. Genau aufs Jubiläum hin wurde die neue Clubhalle in St. Fiden fertiggestellt. Die Vereinsmitglieder haben beim Bau kräftig mitgeholfen.

Tobias Hänni
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«Die schönste Halle der Schweiz»: Kurt Jeisy, Präsident des Pétanque-Clubs, hat Freude am Boulodrome. (Bilder: Hanspeter Schiess)

«Die schönste Halle der Schweiz»: Kurt Jeisy, Präsident des Pétanque-Clubs, hat Freude am Boulodrome. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Kurt Jeisy strahlt an diesem klaren Herbstvormittag mit der Sonne um die Wette. Der Präsident des Pétanque-Clubs St. Gallen-Appenzell-Thurgau (SGAT Pétanque) freut sich sichtlich. Darüber, dass der Verein nun eine Spielhalle hat, die diesen Namen verdient. Dass die 120 Mitglieder bei schlechtem Wetter nicht mehr im alten Güterschuppen beim Bahnhof St. Fiden Pétanque spielen müssen, dessen Boden im Winter gefriert. Und dass der Verein nun grössere Turniere durchführen und den Nachwuchs besser trainieren kann. «Es ist unglaublich, dass das zustande gekommen ist», sagt der 70-Jährige, während er stolz den schmucken Kubus aus Holz und Plexiglas betrachtet.

Der letzte Standort passte

Heute abend wird Jeisy den «Boulodrome» – so die Bezeichnung – an der Werkstrasse mit Sponsoren und Gönnern einweihen. Und morgen Samstag feiern die Vereinsmitglieder ihre neue Heimat, zusammen mit dem zehnjährigen Jubiläum des Clubs. «Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen», wird Jeisy in seiner Ansprache sagen. Denn der Pétanque-Verein wurde vor einem Jahrzehnt unter anderem mit dem Ziel gegründet, den Wunsch nach einer eigenen Halle zu verwirklichen. Damals warfen die «Pétanqueisten» ihre «Boules» in der Olma-Halle 6, die jedoch dem Athletik Zentrum weichen musste.

Nachdem eine erste Planung für einen Boulodrome im Sand verlaufen war, startete der Verein 2010 einen neuen Anlauf. Gemeinsam mit der städtischen Baudirektion seien verschiedene Standorte für die Pétanque-Halle geprüft worden, sagt Kurt Jeisy: «Vom Gründenmoos bis ins Galgentobel.» Der zehnte und letzte Standort an der Werkstrasse passte: zentral gelegen und verkehrstechnisch gut erschlossen. Direkt vor der Halle halten die Busse der Linie 12. «Und wir haben hier den ganzen Tag Sonne», schwärmt Jeisy.

2000 Stunden Frondienst

Vor einem halben Jahr erst wurde mit dem Bau der sechs Meter hohen Halle begonnen, durch deren Plexiglaswände das Sonnenlicht fast ungehindert auf die Spielbahnen scheinen kann.

Tatkräftig mitgeholfen haben beim Bau auch die Clubmitglieder selbst. «Bei uns spielen Architekten und Handwerker. Deshalb konnten wir vieles selber machen, etwa die Bahnen walzen oder Treppengeländer montieren», sagt Jeisy, der als pensionierter Bauingenieur einen Grossteil der Bauleitung übernommen hat. Er schätzt, dass die Mitglieder rund 2000 Stunden Frondienst geleistet haben. «Dadurch haben wir 30 000 bis 40 000 Franken gespart.» Ohne die Freiwilligenarbeit hat die Halle, die neben acht Innen- und zwölf Aussenbahnen auch über einen grosszügigen Restaurantbereich verfügt, 620 000 Franken gekostet.

Anfragen aus Deutschland

Neben Beiträgen von Sport Toto, Gönnern und Sponsoren hat die Stadt mit einem grösseren Darlehen dem Verein unter die Arme gegriffen. Die rund 350 000 Franken möchte dieser innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen, sagt Jeisy. Einnahmen sollen nationale und internationale Turniere, aber auch die Vermietung der Halle an andere Pétanque-Clubs generieren. «Wir hatten dafür bereits Anfragen aus Deutschland.»

Profitieren dürfte der SGAT Pétanque bei der Vermietung von seinem hohen Bekanntheitsgrad in der Boule-Szene. «Wir sind nicht einfach irgendein Verein», sagt Jeisy. «Man kennt uns auch über die Landesgrenzen hinaus.» Ausserdem gebe es zumindest in der Schweiz bloss eine Handvoll Pétanque-Hallen, etwa in Solothurn oder in Yverdon. Und der Club-Präsident ist überzeugt: «Unsere ist die schönste.»

Weiterhin Pétanque im Pärkli

Am St. Leonhard-Pärkli, wo die St. Galler Pétanque-Szene vor über 20 Jahren geboren wurde und wo sie auch jetzt noch spielt, will der Club trotz Boulodrome festhalten. «Dort können wir gegen aussen auftreten und den Leuten den Sport näherbringen», sagt Jeisy. «Ausserdem findet im Pärkli jeden Sommer ein grosses Turnier statt.»

Genug Platz für Pétanque: Der Neubau an der Werkstrasse hat acht Innen- und zwölf Aussenbahnen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Genug Platz für Pétanque: Der Neubau an der Werkstrasse hat acht Innen- und zwölf Aussenbahnen. (Bild: Hanspeter Schiess)

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