Neue Hauptstrasse wird vermessen

RORSCHACH. Die Neugestaltung der Rorschacher Hauptstrasse geht in die dritte Runde. Der westliche Teil vom Bodan bis zum Sonnenhalde-Kreisel wird in diesen Tagen vermessen. Im Ostabschnitt von Rathaus bis Bellevue steht der Baustart bevor. Im mittleren Teil blockieren Einsprachen das Projekt.

Corina Tobler
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Die beiden Mitarbeiter des Tiefbauamts vermessen die Merkmale rund um die Hauptstrasse auf Zentimeter genau fürs digitale Höhenmodell. (Bild: Corina Tobler)

Die beiden Mitarbeiter des Tiefbauamts vermessen die Merkmale rund um die Hauptstrasse auf Zentimeter genau fürs digitale Höhenmodell. (Bild: Corina Tobler)

Die leuchtend orange gekleideten Mitarbeiter des kantonalen Tiefbauamts sind nicht zu übersehen. Hinweisdreiecke mit der Aufschrift «Vermessung» weisen die Verkehrsteilnehmer zusätzlich auf die Tätigkeit der Männer hin. Sie arbeiten sich Schritt für Schritt vom Sonnenhalde-Kreisel in Richtung Bodan vor. Auf dieser Strecke müssen sie die genauen Koordinaten aller Hausfronten, Eingänge, Strasseneinmündungen und weiteren Merkmale auf beiden Strassenseiten erfassen.

Kein Bau ohne Geländemodell

Mit einem Messgerät werden die Hausfronten abgetastet, das zweite misst von seinem Standort aus Winkel und Distanz. So können die Koordinaten bestimmt werden. Dies ist eine wesentliche Vorarbeit für die Pläne zum dritten und letzten Projekt im Rahmen Neugestaltung der Rorschacher Hauptstrasse. Aufgrund der Koordinaten wird am Computer ein Höhenmodell der Strasse und ihrer Umgebung erstellt. «Ohne dieses würden wir ins Leere planen. Wenn die Strasse neu gestaltet wird, muss der Abfluss des Wassers gewährleistet sein; das Quergefälle muss also stimmen. Gleichzeitig müssen wir die Strasse natürlich an Einfahrten, Treppen oder Hauseingänge anpassen können. Das geht nur mit genauen Höhenangaben», erklärt Urs Dahinden, Leiter der Abteilung Strassen- und Kunstbauten beim kantonalen Tiefbauamt, den Zweck der Vermessungsarbeiten.

Projekt ist im Aggloprogramm

Mit den Vermessungsarbeiten nimmt der dritte und letzte Teil der Neugestaltung der Hauptstrasse Fahrt auf. «Erste Studien sind gemacht, so dass wir nun in die Detailprüfung und die Projektentwicklung gehen können», sagt Urs Dahinden. Die Projekt-Hoheit liegt beim Kanton als Strasseneigentümer, die Stadt Rorschach ist aber über das Gestaltungskonzept beteiligt. «Zeitlich hoffen wir auf einen Baustart im Jahr 2017 oder 2018. Das Projekt ist im Aggloprogramm 2015–2018 des Bundes enthalten, womit die Arbeiten spätestens 2018 starten müssen», sagt Dahinden. Ob die Neugestaltung planmässig vorankommt, hängt stark davon ab, ob es zu Einsprachen kommt.

Begegnungszone blockiert

Solche haben die Umsetzung des bereits fertig geplanten und finanzierten Ostteils der Hauptstrasse zwischen der Einmündung der Thurgauerstrasse beim Bodan und dem Bellevue um Jahre verzögert. Im mittleren Bereich zwischen Bodan und Rathaus laufen noch immer Rechtsverfahren. In diesem Bereich soll eine Begegnungszone entstehen; der Kronenplatz mit dem Jakobsbrunnen wird aufgewertet und auf Höhe Kornhaus soll die Strasse um 2,5 Meter zur Bahnlinie hin verlegt werden, womit vor dem Kornhaus ein einladender Raum anstelle des heutigen Parkplatzes entstehen soll.

Baldiger Baustart im Ostteil

Besser sieht es hingegen im Abschnitt Rathaus bis Bellevue aus, der im vergangenen September vom restlichen Projekt getrennt wurde. Dank dieser Massnahme steht dort der Baustart kurz bevor. «Die Bauarbeiten sind ausgeschrieben. Wenn alles erwartungsgemäss verläuft, können wir mit dem Bau im August oder September beginnen», sagt Urs Dahinden.

Auf der neu gestalteten Strasse entsteht auch der wichtige Linksabbieger in Fahrtrichtung Goldach, der die Einfahrt in die Tiefgarage der Überbauung Seehof Ost ermöglichen wird. Diese wurde im Februar bewilligt; auf dem Parkplatz neben der Raiffeisenbank entstehen 35 Wohnungen. Nach Eröffnung des Parkhauses Hafen – so wird die Tiefgarage heissen – werden die Parkplätze auf dem Hafenplatz aufgehoben.