Neue Betriebspläne für den Wald

Wer mehr als 50 Hektaren Wald besitzt, muss einen Betriebsplan dafür erarbeiten. Darin wird unter anderem festgehalten, wie viel Holz man ernten darf. Gestern haben drei der fünf grossen Rheintaler Forstbetriebe ihre neuen Pläne unterzeichnet.

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Drei Betriebspläne grosser Forstgemeinschaften, im Bild Altstätten, sind nun unterzeichnet. (Bild: Max Tinner)

Drei Betriebspläne grosser Forstgemeinschaften, im Bild Altstätten, sind nun unterzeichnet. (Bild: Max Tinner)

RHEINTAL. Wer Wald besitzt, darf darin nicht machen, was er will. Wer Bäume fällen will, muss dies vom Förster genehmigen lassen. Das ist seit bald 140 Jahren so. Damals waren viele einstige Wälder abgeholzt, was Überschwemmungen und Hangrutsche zur Folge hatte. Daraufhin wurde ein strenges Forstgesetz erlassen, das den Wiederaufbau der Wälder und deren Schutz zum Ziel hatte. Heute sind die Wälder nicht mehr übernutzt, sondern werden vielerorts zu wenig genutzt – was auch unerwünschte Folgen haben kann. So verlieren etwa ungenügend durchforstete Wälder an Hanglagen ihre Fähigkeit, darunterliegende Siedlungen zu schützen. Darum gibt es nach wie vor Vorschriften zum Umgang mit dem Wald. So müssen Eigentümer grösserer Flächen Wald einen Betriebsplan erarbeiten und vom Kanton genehmigen lassen.

So viel holzen wie nachwächst

Im Betriebsplan wird unter anderem festgehalten, in welchem Zustand sich der Wald befindet und wie er bewirtschaftet werden soll. So wird gesagt, wie häufig Jungwald durchforstet werden soll und wie viel Holz jährlich geerntet werden darf – so viel wie nachwächst. Diese forstliche Planung ist im Kanton St. Gallen neu organisiert worden. Als Grundlage dient heute ein regionaler Waldentwicklungsplan. Für die Region Rheintal wurde dieser 2007 verabschiedet. Danach waren die Betriebspläne der grossen Waldeigentümer zu überarbeiten. Betriebsplanpflichtig sind Eigentümer mit einer Waldfläche ab 50 Hektaren. Das sind im Rheintal hauptsächlich Ortsgemeinden und Rhoden, aber auch das Rheinunternehmen.

Neu musste aber nicht mehr jede Ortsgemeinde und jede Rhode einen Betriebsplan erarbeiten. Wo sich die Waldeigentümer zur Bewirtschaftung ihrer Wälder zusammengetan haben, reicht nun ein gemeinsamer Betriebsplan. Davon profitieren nicht zuletzt die Rheintaler Körperschaften. Die ersten Betriebspläne dieser neuen Generation sind nun fertig. Beim Berggasthaus Voralp ob Grabs wurden die Pläne von drei der fünf grossen Rheintaler Forstbetriebe von Vertretern der Waldeigentümer sowie des Kantonsforstamtes unterzeichnet.

Arbeitsinstrument für 15 Jahre

Es sind dies der Betriebsplan der Rheintal Forst AG, an der die Ortsgemeinden St. Margrethen, Balgach, Rebstein und Marbach und die Rhode Lüchingen beteiligt sind, jener der Altstätter Forstgemeinschaft sowie der Betriebsplan des Forstbetriebs des Allgemeinen Hofs Oberriet. Diese Betriebspläne sollen keine Papiertiger sein, sondern ein Arbeitsinstrument für die nächsten 15 Jahre, betonte Rudolf Lippuner, Waldratspräsident der Waldregion Rheintal-Werdenberg.

Weitere Pläne im November

Mit den neuen Plänen haben sich teils einschneidende Veränderungen ergeben. So wird die Jahresnutzung in den Oberrieter Wäldern deutlich eingeschränkt, weil nach den grossen Sturmschäden vor der Jahrtausendwende nun der Jungwaldanteil überproportional gross ist. In den Wäldern ob Altstätten und an den Hängen über dem Mittelrheintal darf etwas mehr geholzt werden als zuletzt. Noch in Arbeit sind die Betriebspläne der beiden anderen grossen Waldeigentümer im Rheintal, der Forstgemeinschaft Rüthi-Lienz und des Rheinunternehmens. Diese sollen zusammen mit den Plänen der etwas kleineren Betriebe, dazu zählt auch die Ortsgemeinde Thal, voraussichtlich im November zur Unterschrift bereit sein. (mt/cot)