Neue Berufung in Begegnungsorten gefunden

Felix Egger musste sich nach einem Schicksalsschlag neu orientieren. Er fand eine neue Aufgabe in der Gestaltung und dem Unterhalt von Begegnungsorten in Muolen und Häggenschwil. Der gelernte Maurer erweiterte die beiden Projekte stetig. Nun sind diese nach 17 Jahren bald fertig.

Jonas Manser
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Felix Egger baute über die Jahre alles selber auf: Der Begegnungsort im Laubholz in Muolen. (Bild: Jonas Manser)

Felix Egger baute über die Jahre alles selber auf: Der Begegnungsort im Laubholz in Muolen. (Bild: Jonas Manser)

MUOLEN. Felix Egger aus Muolen werkelt bereits seit 1999 an Begegnungsorten im Blauhölzli in Häggenschwil und im Laubholz in Muolen. Was anfänglich noch Arbeiten an Bildstöckli waren, weitete sich schnell zu grösseren Projekten aus. Feuerstellen, überdachte Sitzgelegenheiten oder auch Spielgeräte für Kinder stehen allen zur Benutzung frei.

Stetiger Prozess

Nach und nach setzt der gelernte Maurer seine Ideen um und bereichert die öffentlichen Erholungsorte. Meistens arbeitet er alleine, bekommt aber hin und wieder Hilfe von Anwohnern und seiner Familie. Drei- bis viermal die Woche schaut er für Ordnung: Räumt auf, repariert, organisiert und bastelt an Neuem. Dies ohne jegliches Entgelt.

«Die Gemeinden Muolen und Häggenschwil unterstützen mich mit kleineren Anschaffungen, wie dem Grill im Laubholz, und die Waldbesitzer lassen mir freie Hand.» Mit 33 erkrankte der mittlerweile 61-Jährige an einer Hirnhautentzündung. «Ich musste meine Arbeit mit 34 Jahren aufgeben», erzählt Egger. Die Arbeit sei für ihn das Schönste im Leben gewesen und mit der Gestaltung und Unterhaltung der Freizeitorte fand er seine neue Berufung. «Es war eine Chance für mich, wieder in meiner eigenen Geschwindigkeit zu arbeiten. Es brachte mir die fehlende Struktur zurück ins Leben. Dafür bin ich sehr dankbar.» Er habe nach der Erkrankung neue Kraft in der Stille der Natur finden können.

Ausbau bald fertig

Seit bald 17 Jahren baut er die Anlagen stetig aus. Er sei froh, die Projekte bald abschliessen zu können, um sich dann Zeit für das Pflegen der Freizeitorte nehmen zu können. «Dass die Leute die Begegnungsorte nutzen, ist für mich der grösste Lohn», sagt Egger. An den Treffpunkten brachte er Anschlagbretter an, wo sich Besucher selbständig eintragen können. Es gäbe Gruppen von bis zu 30 Personen, welche die Feuerstellen reservierten. «Vor allem Kindergeburtstage werden in letzter Zeit oft gefeiert.» Die Anlage im Laubholz ist so beliebt unter den Kindern, dass sie es bereits als «Felix-Wald» bezeichnen.

Abfall und Vandalismus

Auch das Blauhölzli und das Laubholz bleiben nicht vor Vandalismus verschont. Es sei schon vorgekommen, dass zum Beispiel Jugendliche den Grill beschädigten oder Kinder mit Äxten junge Bäume fällten. Egger regt sich darüber nicht auf: «Es hält sich sonst in Grenzen. Es lohnt sich nicht, sich darüber aufzuregen.» Nur die Abfälle, welche die Besucher zurückliessen, könnten sich zum Problem entwickeln. «Wenn ich nicht nach dem Rechten schaute, würde es schnell nicht mehr funktionieren.» Bereits vor drei Jahren inserierte er im Gemeindeblatt und suchte nach einer Helferin oder einem Helfer. Es meldete sich jedoch niemand bei Egger. «Das ist bereits mein elfter Sommer. Irgendwann brauche ich eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger, die oder der auf die Freizeitorte aufpasst.»