NEUBENENNUNG: Ein Platz erhält seinen alten Namen

Inoffiziell heisst er schon lange so. Neu trägt der Vadianplatz seinen Namen ganz offiziell. Auch wenn das Denkmal des Reformators an einem anderen Ort steht.

Christina Weder
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Neue Gestaltung, neue Bestuhlung, neuer Name: Der Vadianplatz zwischen den Neumärkten. (Bild: Urs Bucher)

Neue Gestaltung, neue Bestuhlung, neuer Name: Der Vadianplatz zwischen den Neumärkten. (Bild: Urs Bucher)

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Das blaue Strassennamenschild glänzt. Es ist neu auf dem Vadian­platz zwischen den Bauten des Neumarkts angebracht. Der Platz, der seit kurzem neu gestaltet ist, erhält seinen Namen nun offiziell, wie der Stadtrat mitteilt. Wirklich neu ist der Name allerdings nicht.

Der Vadianplatz hiess schon einmal so. Laut Stadträtin Maria Pappa ist die Bezeichnung historisch verbürgt. Der Name lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen und taucht auf ­frühen Stadtplänen auf. In den 1970er-Jahren verschwindet er wieder im Zuge der Neumarktüberbauung. In den Köpfen der Bevölkerung hielt sich die Bezeichnung aber hartnäckig.

Nun hat der Stadtrat beschlossen, dem Platz seinen alten Namen offiziell zurückzugeben. Die Messingtafel erinnert an den St. Galler Reformator, Stadtarzt und Bürgermeister Joachim von Watt, genannt Vadian. Dass der Platz seinen Namen ausgerechnet im Jahr des Reformations­jubiläums zurückerhält, ist Zufall. «Doch es passt», findet Stadt­rätin Maria Pappa.

Bezeichnung führt zu Diskussionen

Ganz unumstritten ist die Bezeichnung allerdings nicht. Sie hat auch schon zu Diskussionen geführt. Vor sechs Jahren, als die Neugestaltungsvorlage des Va­dianplatzes im Stadtparlament diskutiert wurde, störte sich ein CVP-Politiker an der Bezeichnung. Er gab zu bedenken, dass der Vadianplatz und das Vadiandenkmal weit auseinanderlägen. Das könne zu Verwechslungen führen. Stattdessen schlug er «Oertli-Platz» vor – nach dem dar­auf platzierten Brunnen, den der Künstler Max Oertli geschaffen hat. Ebenfalls aus CVP-­Reihen stammt der Vorschlag «Trudi-Gerster-Platz».

Zuletzt war der Fall jedoch klar, wie Maria Pappa sagt. Andere Namen waren nicht mehr im Spiel. Die Bezeichnung Vadianplatz lasse sich historisch begründen. Zudem liegt der Platz an der Vadianstrasse. Auf dem Platz kommt erstmals eine mobile Aussenbestuhlung zum Einsatz, wie der Stadtrat mitteilt. Die Stühle und Bänke können von den Benutzern nach Belieben verschoben werden. Wenn sich der Versuch als erfolgreich erweist, könnte die mobile Bestuhlung auch auf anderen Plätzen zur Anwendung kommen.

Der Vadianplatz ist nicht der einzige Platz, der in den letzten Jahren neu angeschrieben wurde. 2005 hat die Stadt die Baulücke vor dem Restaurant Splügen zum Pic-o-Pello-Platz gemacht. Und seit 2013 gibt es an der Spisergasse zu Ehren des Staatsmanns Arnold Otto Aepli einen Aepli-Platz.

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