NEUBAU: Neuer Trogener Bahnhof auf dem Reissbrett

Die Appenzeller Bahnen wollen das Bahnhofareal in Trogen neu gestalten. Das bestehende Gebäude soll einem Neubau weichen. Die Pläne lösen bei der Bevölkerung nicht nur gute Reaktionen aus.

Jesko Calderara
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Die Appenzeller Bahnen (AB) verfolgen in Trogen grosse Pläne. Sie wollen das bestehende Bahnhofgebäude abreissen und durch einen Neubau ersetzen. Auch soll der Platz rundherum neu gestaltet werden. Kürzlich stellten die AB und die ­Gemeinde das Projekt an einer Infoveran­staltung vor. Handlungsbedarf bestehe beim Bahnhofareal aus verschiedenen Gründen. «Die Haltestelle entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen», sagte AB-Verwaltungsratspräsident Fredy Brunner den rund 80 Anwesenden. Aus wirtschaftlichen Gründen hätten sie sich für den Rückbau des bestehenden Gebäudes entschieden. Zudem müssen die AB bis 2023 die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes umsetzen. Zu dessen Erfüllung werden die Perrons entsprechend erhöht, so dass die Passagiere künftig hindernisfrei in die Züge einsteigen können.

Die Pläne für das Bauvorhaben hat der Dornbirner Architekt Bernardo Bader entworfen. Vorgesehen ist ein Neubau aus Holz mit Ladenflächen und einer ­öffentlichen Toilettenanlage im Erdgeschoss. Darüber sind drei Stockwerke mit Gewerberäumen und zehn Wohnungen geplant. Die Aufteilung der Flächen stehe noch nicht definitiv fest, sagte Bader. Klar ist jedoch, dass eine Tiefgarage gebaut wird.

Die Bauherrin will rund um das Objekt einladende Aufenthaltsräume schaffen. Vorteile wird die Umgestaltung laut Bader den Fahrgästen der Postautos bieten, weil sie diese bequemer besteigen können.

Involviert in die Neugestaltung des Bahnhofs Trogen ist auch die Gemeinde. In ihren Zuständigkeitsbereich fällt die Bereitstellung der Postautohaltestellen. «Für uns ist das Projekt eine grosse Chance», sagte Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr. Trogen erhalte ein lebendiges Dorfzentrum.

Noch einige ungeklärte Fragen

Der weitere Fahrplan ist noch unklar. Die Appenzeller Bahnen wollen demnächst das Baugesuch einreichen. Mit dem Bau kann frühestens Ende 2018 begonnen werden. Allerdings gibt es noch ungeklärte Fragen, unter anderem zum Investitionsvolumen und zur Finanzierung. Ein Knackpunkt könnte zudem der geplante Abriss des bestehenden Gebäudes werden, das in einer kommunalen Ortsbildschutzzone liegt. Diese Frage werde erst im Rahmen des Baugesuchs geklärt, sagte Bruno Bottlang. Er begleitet das Projekt als Leiter Arealentwicklung des Regierungsprogramms 2012 bis 2015.

In der Diskussionsrunde sprachen sich mehrere Redner für den Erhalt des jetzigen Bahngebäudes aus. Dieses gehöre zum Dorfbild von Trogen, sagte eine Rednerin. Auch wird Konkurrenz für die ­Läden im Dorf befürchtet. Es gab jedoch auch Lob für den Mut der AB-Verantwortlichen und für das ausgereifte Projekt.

Jesko Calderara