Neubau für die Stadtgärtner

Nach 35 Jahren im Provisorium erhält das Gartenbauamt jetzt seinen eigenen Werkhof im Stephanshorn. Heute Samstag wird er mit einem Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht.

Reto Voneschen
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Wer nach dem gestrigen Kinderfest heute in der Stadt weiter feiern will, hat verschiedene Möglichkeiten. Ein spezieller Anlass im Reigen der Anlässe ist die Einweihung des Werkhofs des Gartenbauamtes neben dem Botanischen Garten. Weil man dabei Einblick in einen städtischen Betrieb erhält, der im öffentlichen Raum zwar sehr präsent ist, über dessen Aufgaben aber die wenigsten genau Bescheid wissen. Und weil der Neubau an der Stephanshornstrasse 6 eine Ära der Provisorien beendet sowie von Architektur und Konzept her sehenswert ist.

150 Hektaren Grünflächen

Zum Stadtsanktgaller Gartenbauamt gehören 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind für rund 700 Grünanlagen mit einer Gesamtfläche von etwa 150 Hektaren verstreut über die ganze Stadt und rund 9000 Bäume auf öffentlichem Grund zuständig. Überall, wo es im öffentlichen Raum blühe, bunt gedeihe und gut rieche, habe dieses Amt seine Finger im Spiel, lobte Anfang Woche an einer Medienführung durch den neuen Werkhof auch die städtische Baudirektorin Patrizia Adam.

Das Gartenbauamt sei in der Öffentlichkeit «eine der beliebtesten Dienststellen der Stadt». Seit 1977 residierten seine Werkstätten, Garagen und Lager in einem Provisorium im «Fellhof» beim Buchwaldpark. Die Infrastruktur an der Bucheggstrasse 12 war von Anfang an beengt, in den letzten zwanzig Jahren wurde sie – auch von der Sicherheit her – zunehmend zu einer Zumutung für die hier Arbeitenden.

Ein Neubau im Osten

Das ist Geschichte. Seit Frühling residiert das Gartenbauamt in einem Neubau im Stephanshorn. Der Architekturwettbewerb dafür wurde 2009 abgeschlossen. Gewinner war das Projekt «La Strada» des Zürcher Büros «Allemann, Bauer, Eigenmann». Im November 2012 hiess das städtische Stimmvolk dann einen Baukredit von 17,5 Millionen Franken gut. Baubeginn war im August 2013, fertiggestellt wurde der Werkhof im März dieses Jahres.

Erfreulich für den Steuerzahler: Der Bau wurde rund 2,5 Millionen günstiger als ursprünglich veranschlagt. Samt der Photovoltaikanlage kostet er «nur» knapp 15 Millionen. Aufgeteilt ist der neue Werkhof in zwei langgestreckte Neubauten. Die Flächen dazwischen sind als Zufahrten ausgebildet. Vorgelagert wurde eine Magerwiese angelegt, auf dem Vorplatz stehen Bäume, und auf der Grenze zu den benachbarten Wohnsiedlungen wurde eine Hecke angelegt. Dem Gartenbauamt und einem Strassenwärter-Stützpunkt des Tiefbauamtes steht im Neubau eine Fläche von 3773 Quadratmetern zur Verfügung.

Heute: Tag der offenen Tür

Heute Samstag, 12 bis 16 Uhr, kann der neue Werkhof neben dem Botanischen Garten besichtigt werden. Zu sehen sind dabei auch sehr spezielle Details. Etwa die Urwelt-Mammutbäume auf dem Vorplatz. Oder die Spur, die ein neugieriges Büsi in der Bauphase in der Schreinerei hinterlassen hat und die als «Kuriosum am Bau» konserviert wurde. Am Tag der offenen Tür ist auch «das Buch zum neuen Werkhof» zum Subskriptionspreis von 30 (statt 38) Franken erhältlich. Der Band von Théo Buff erzählt die städtische Grüngeschichte von 1872 bis heute. Und natürlich gibt's eine Festwirtschaft und ein Glücksrad mit blumigen Preisen.