Neu ein Vorgeschmack auf den Winter

Gestern ist in der Stadt St. Gallen erstmals in diesem Winter so richtig Schnee gefallen. Die Freude über das Weiss war gerade beim jüngeren Teil der Bevölkerung gross. Aber so schnell der Schnee am Morgen da war, so schnell ist er auch wieder verschwunden.

Elina Grünert
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Viele Kinder können den ersten Schnee kaum erwarten. Zusammen mit Mama bauen sie dann auch mit sehr wenig davon einen hübschen Schneemann (im Bild auf der Kreuzbleiche). (Bild: Michel Canonica)

Viele Kinder können den ersten Schnee kaum erwarten. Zusammen mit Mama bauen sie dann auch mit sehr wenig davon einen hübschen Schneemann (im Bild auf der Kreuzbleiche). (Bild: Michel Canonica)

Gestern ist in der Stadt St. Gallen erstmals in diesem Winter so richtig Schnee gefallen. Die Freude über das Weiss war gerade beim jüngeren Teil der Bevölkerung gross. Aber so schnell der Schnee am Morgen da war, so schnell ist er auch wieder verschwunden. Bereits gestern mittag begann es nämlich zu tauen. Das schöne Weiss verwandelte sich vor allem auf Trottoirs und Strassen in den allseits verabscheuten Pflotsch. Was allerdings den positiven Effekt hatte, dass es gestern weder beim Auto- noch beim öffentlichen Verkehr zu Problemen kam. Bei den städtischen Verkehrsbetrieben galt «der weisse Rand entlang der Strassen» nicht einmal als Schnee.

Ab auf den «Füdlibob»

Kinder überall in der Stadt kamen trotzdem auf ihre Kosten. Nach dem ersten Schneefall waren Schlitteln, Schneeballschlachten und Schneemänner angesagt – und zwar in der Endlosschlaufe. Schon am Mittwochnachmittag hatte es einige Kinder an die Beckenhalde gezogen. Hier schwangen sie sich auf den «Füdlibob».

Auch in den städtischen Schulhäusern ist Schnee immer ein Thema. Wer sich in der grossen Pause am falschen Ort aufhält, läuft nämlich Gefahr, mit weissen Wurfgeschossen eingedeckt zu werden. Um das «Schneebällele» in vernünftigen Grenzen zu halten, wurden beispielsweise in den Klassen im Schulhaus Rotmonten gestern vom Schulleiter schon das erste Mal in diesem Winter die «Schneeball-Regeln» erklärt.

Hauptsache es wärmt

Der Wintereinbruch zeigt jeweils auch an überraschenden Orten Wirkung. Dank des nasskalten Wetters der letzten Tage ist bei «Starbucks» am Hauptbahnhof für einmal nicht nur Kaffee, sondern auch «heissi Schoggi» ein Renner. Alles was wärmt, so auch die Erfahrung anderer Wirte, wird von Passantinnen und Passanten dankbar entgegengenommen.

Weisse Weihnachten?

Der erste Schnee wurde gestern von vielen freudig begrüsst. Sobald er dann allerdings tauend von den Dächern tropfte, wenn eine Strassenüberquerung zur abenteuerlichen Expedition durch den Pflotsch wurde, spätestens dann wünschte man sich den warmen November zurück. Und der Wunsch dürfte tatsächlich in Erfüllung gehen: Anfang nächster Woche könnten die Temperaturen gemäss den Wetterfröschen nämlich wieder gegen unwinterliche zehn Grad klettern.

Und was ist mit weissen Weihnachten? Erinnert man sich an die Vorjahre: wohl eher nichts. Aber wie heisst es dazu doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.