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«Nervös bin ich nicht»

Der Rorschacherberger Gemeindepräsident Beat Hirs hat in der Person von Adrian Stäuble einen Konkurrenten bekommen. In einem Gespräch sagt er, dass er trotz Kritik weiterhin auf den Rückhalt in der Bevölkerung zählen könne.
Beat Hirs, Rorschacherberger Gemeindepräsident, schaut dem Wahlsonntag trotz Konkurrenz gelassen entgegen. (Bild: Marianne Bargagna)

Beat Hirs, Rorschacherberger Gemeindepräsident, schaut dem Wahlsonntag trotz Konkurrenz gelassen entgegen. (Bild: Marianne Bargagna)

Herr Hirs, bereits vor vier Jahren waren Sie nicht der einzige, der sich um den Gemeindepräsidium bewarb. Jetzt haben Sie mit Adrian Stäuble wieder einen Herausforderer erhalten. Wie fühlen Sie sich?

Beat Hirs: Gut. Nervös bin ich nicht, denn ich habe mich aufgrund der Kampagnen seitens der «Bodensee Nachrichten» schon längere Zeit auf eine Kampfwahl eingestellt.

Vor vier Jahren wurden Sie von einem Leserbriefschreiber als Barack Obama bezeichnet. US-Präsident Obama wurde wie Sie gewählt, hat in der Zwischenzeit aber an Rückhalt verloren. Und Sie?

Hirs: Obama verlor Rückhalt, weil er während des Wahlkampfes Versprechen gemacht hat, die er nicht halten konnte. Ich mache keine Versprechen, die ich nicht halten kann.

Nochmals: Haben Sie an Rückhalt verloren?

Hirs: Nein, im Gegenteil, denn das Feedback, das ich aus der Bevölkerung bekomme, ist positiv. Trotzdem gehört auch Kritik zum Amt, denn Entscheide passen nie allen Bürgern. Diese Herausforderung macht die Arbeit spannend.

Und was ist mit der GPK? Alle Mitglieder treten zurück. Sind sie unzufrieden mit der Gemeindeführung und dem Gemeinderat?

Hirs: Vorausschicken möchte ich, dass wir eine gute Geschäftsprüfungskommission haben und gerne mit ihr zusammenarbeiten. Nun zu den Rücktritten. Wir haben das miteinander besprochen. Die GPK-Mitglieder haben unterschiedliche und verständliche Gründe, nicht mehr zu kandidieren.

Ihr Herausforderer will die Politik bürgernah gestalten. Ist Ihre Politik zu wenig bürgernah?

Hirs: Zu Beginn meiner Amtszeit habe ich ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Gemeinderat erlebt. Im Laufe der Amtsdauer gelang es uns, Vertrauen zu gewinnen. Die Gemeinderäte bewegen sich in unterschiedlichen Bevölkerungskreisen und erhalten wichtige Feedbacks zu unserer Arbeit. Ich selber habe via meine grosse Familie, der Arbeit in «PeLago» und «Seeblick» sowie den vielen Anlässen, die ich besuche, engen Kontakt mit Jung und Alt. Dies schafft Bürgernähe und ein Gespür für wichtige Anliegen. Diese nehmen wir auf und setzen sie nach Möglichkeit um. Aufgrund der vielen Rückmeldungen ist eine grosse Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger zufrieden mit unserer Arbeit und verhält sich daher ruhig. Kleinere unzufriedene Gruppen gehören zu einer lebendigen Demokratie und bringen uns auch weiter.

Ihr Konkurrent fordert zudem eine transparente Information zum richtigen Zeitpunkt und ohne Tricks.

Hirs: Wir informieren aktiv und regelmässig über das Tagblatt. Weiter können alle Informationen auf der Gemeinde-Homepage nachgelesen werden, und Interessierte können sich Newsletter und Links per E-Mail schicken lassen. Sogar ein App auf Android und iPhone bieten wir seit bald zwei Jahren an. Wir befassen uns auch mit der Frage, wie wir noch professioneller werden können, denn gute Kommunikation ist in der Politik zentral. So haben wir auch schon über ein Gemeindemitteilungsblatt und weitere Ideen diskutiert.

Noch ein Wort zur Stadt am See. Ihr Mitbewerber spricht sich ganz klar gegen eine solche aus. Und Sie?

Hirs: Als Privatpersonen leben wir alle in der Stadt am See und nehmen im Alltag keine Gemeindegrenzen wahr. Die enge Zusammenarbeit der See-Gemeinden konnte mit vielen Projekten in dieser Amtsdauer zum Nutzen aller Bürger weiter vertieft werden. Trotzdem bezweifle ich, dass die Zeit für eine Heirat reif ist. Neben emotionalen Faktoren gibt es in finanzieller Hinsicht noch einige Aufgaben zu meistern.

Und ein Blick in die Zukunft. Welche wichtigen Aufgaben stehen an?

Hirs: Da sind alle geplanten Verbesserungen rund um den individuellen Verkehr wie Autobahnanschluss, Barrieren und öffentlichen Verkehr wie S-Bahn und Busausbau. Dann werden uns die Finanzen beschäftigen, denn der Kanton schiebt immer mehr Lasten auf die Gemeinden ab, anstelle seine Sparaufgabe selber wahrzunehmen. Da braucht es Erfahrung und Lösungen, um diese Lasten bestmöglich zu absorbieren und nicht einfach mit Steuerfusserhöhungen weiterzureichen. Dann die bauliche Entwicklung, eine anspruchsvolle Sache. Denn einerseits geht es um verdichtetes Bauen, anderseits sollen grüne Wiesen grün bleiben; dies ist zentral für die Erhaltung unserer schönen Gemeinde. Und schliesslich noch Infrastrukturarbeiten. Stichworte sind Baulandverlegung aus dem Wartegg-Park auf die Neuhus-Parzelle mit Lösungen für Werkhof und Feuerwehrdepot.

Interview: Marianne Bargagna

Adrian Stäuble (Bild: pd)

Adrian Stäuble (Bild: pd)

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