Naturschutz in der Sonderwoche

Sieben erste Oberstufenklassen des OZ Grünau sind diese Woche im Einsatz für die Umwelt. Dies im Rahmen einer Sonderwoche. Im Naturschutzgebiet Ziegelei in Wittenbach geht es wucherndem Kraut und Schilf an den Kragen.

Katja Blöchlinger
Drucken
Teilen
Schülerinnen reissen zusammen mit einem Betreuer Jakobkreuzkraut auf dem Ziegelei-Areal aus. Das Kraut ist für Rinder und Pferde giftig. (Bild: Urs Bucher)

Schülerinnen reissen zusammen mit einem Betreuer Jakobkreuzkraut auf dem Ziegelei-Areal aus. Das Kraut ist für Rinder und Pferde giftig. (Bild: Urs Bucher)

WITTENBACH. Hüfthoch steht das Jakobskreuzkraut im Naturschutzgebiet Ziegelei in Wittenbach. Elf Schüler des Oberstufenzentrums Grünau reissen mit aller Kraft das wuchernde Kraut samt Wurzeln aus. Vier weitere Schüler stehen beinahe knietief in einem Wasserloch und schneiden das Schilf unterhalb der Wasseroberfläche ab.

Einsatz in der Sonderwoche

«Der Naturschutzeinsatz ist Teil unserer Sonderwoche», erklärt die Klassenlehrerin der Sekundarschulklasse, Janis Moser. In der Sonderwoche in der ersten Oberstufe sei ein Vormittag für einen Umwelteinsatz fix geplant. Die restliche Woche drehe sich eher um Sport denn um die Umwelt. «Ein Orientierungslauf und ein Triathlon sind beispielsweise geplant», sagt Janis Moser. Die Schüler werden für ihren Naturschutzeinsatz von der Gemeinde belohnt: Nach einem Sternmarsch an die Sitter spendiert die Gemeinde nämlich ein Mittagessen.

Das Beste an der Sonderwoche sei zwar schon, dass sie erst für die zweite Lektion erscheinen müssten und so viel reden könnten, wie sie wollen, sind sich die 15 Schülerinnen und Schüler einig. «Aber heute setzen wir uns für die Umwelt ein, das finde ich sinnvoll», sagt ein Schüler. Dass die jungen Helfer motiviert sind, kann von den schnell wachsenden Bergen an geschnittenem Schilf und ausgerissenem Kraut abgelesen werden. Das Schilf wird kompostiert, der Krauthaufen wird entsorgt. So kann sich das Jakobskreuzkraut nicht mehr vermehren. Doch es ist eine endlose Aufgabe: Es ist unmöglich, sämtliche Jakobskreuzkraut-Pflänzchen in der Wiese aufzuspüren und das Kraut so auszurotten.

Schüler und Zivilschutz

Die Schüler seien meistens mit Elan bei der Sache, sagt Martin Ackermann, Mitarbeiter des Bauamts Wittenbach. «Sie erledigen ihre Aufgaben gut. Auch wenn sie manchmal das Kraut eher zertrampeln, als es auszureissen», sagt er und schmunzelt. Von den sieben Oberstufenklassen sind drei noch heute und morgen in Wittenbach unterwegs. In den nächsten Wochen komme dann zusätzlich noch der Zivilschutz vorbei, um bei den Arbeiten im Naturschutzgebiet Ziegelei zu helfen, erklärt Martin Ackermann.

In Wittenbach habe man – abgesehen vom wuchernden einheimischen Jakobskreuzkraut – vor allem Probleme mit drei Neophyten: dem indischen Springkraut, dem Japanischen Knöterich und dem Riesenbärenklau. Dieser stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Neophyten sind eingeschleppte Pflanzen, die sich ausserhalb ihres angestammten Gebiets etablieren konnten. Am hartnäckigsten sei dabei der Japanische Knöterich, sagt Martin Ackermann. «Wenn auch nur ein Stengel liegen bleibt, schlägt dieser wieder Wurzeln und wächst von neuem in den Himmel.»

Aktuelle Nachrichten