NATUR: Weiher sind im grünen Bereich

Der Eselschwanzweiher St. Margrethen und der Schlossweiher Untereggen wurden auf ihre Wasserqualität untersucht. Durch die Daten des St . Galler Amtes für Umwelt und Energie lassen sie sich nun vergleichen.

Mattia Lorenzi
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Der Schlossweiher Untereggen wurde von den Experten als «mesotrophe» (mittleres Nährstoffangebot) eingestuft.

Der Schlossweiher Untereggen wurde von den Experten als «mesotrophe» (mittleres Nährstoffangebot) eingestuft.

Mattia Lorenzi

mattia.lorenzi@tagblatt.ch

Seen sind individuelle Gebilde. Jedoch vereint sie die Tatsache, dass sie alle durch ihr Einzugs­gebiet geprägt sind. Sonneneinstrahlung, Wind, Lufttemperatur, Abfluss, Speisung, Nährstoffvorkommnisse und menschliche Aktivitäten sind dabei die wichtigsten messbaren Parameter. Das Zusammenspiel dieser Faktoren gestaltet das physikalische, chemische und biologische Erscheinungsbild eines Gewässers. Seit 2009 werden im Kanton St. Gallen die Zustände von Kleinseen und Weihern untersucht, zwei davon befinden sich in der Region Rorschach. Mit Hilfe von sechs Probennahmen innerhalb von zwei Jahren werden Informationen gesammelt und, nach erfolgreicher Auswertung, online publiziert.

Von Bedeutung ist das Vorhandensein von Phosphor, da der Stoff Pflanzen und Bakterien als Nahrung dient. Nährstoff- und Phosphorgehalt werden durch den Trophiegrad skaliert. Ist der Anteil Milligramm pro Liter hoch, spricht man von Hypertrophie. Bei einer niedrigen Konzentration herrscht Oligotrophie. Kennzeichnend für ein oligotrophes Binnengewässer ist eine grosse Sichttiefe, da auf Grund begrenzter Nährstoffressourcen nur ­wenige Algen wachsen können. Hypertrophes Seewasser ist dementsprechend unklar.

Wasserstauanlagen nicht mehr in Betrieb

Der Schlossweiher Untereggen ist ein randglazialer See, wurde also von einem Gletscher ge­bildet. Während die maximale Tiefe 3,4 Meter beträgt, erstreckt sich seine ehemals 17 Hektaren umfassende Fläche heute, nach dem Bau eines Entwässerungsgrabens im Jahre 2003, noch über 4,8 Hektaren. Anlagen, die früher benutzt wurden, um Wasser zu stauen, sind mittlerweile nicht mehr in Betrieb. Dank seiner geringen Tiefe erwärmt sich der Weiher schnell bis zum Grund. Temperatur und Sauerstoffgehalt wiesen in der gesamten Messperiode eine homogene Verteilung im Tiefenprofil auf. Die Temperatur auf Seegrund betrug im Herbst 2010 7,9 Grad, was einen Tiefstwert bedeutete. Gleichzeitig erreichte der Sauerstoffgehalt mit knapp 16 Milligramm pro Liter seinen Höchstwert. Ebenfalls weist das Gewässer ein mittleres Nährstoffangebot auf und ist somit als «mesothroph» zu charakterisieren.

In den 1950er-Jahren ist der Eselschwanzweiher bei St .Margrethen während des Autobahnbaus entstanden. Sieben Hektaren misst die Fläche des Baggersees. Mit einer maximalen Tiefe von 7,5 Metern ist er mehr als doppelt so tief wie der Unteregger Schlossweiher. Seit 1984 steht das Amphibiengebiet von nationaler Wichtigkeit unter Naturschutz.

Kein Sauerstoff auf dem Grund des Weihers

Über Jahre gewachsene Gehölze raubten Amphibien Teile ihres Lebensraums. Im Rahmen der Endgestaltung des Alten Rheins wurden Flachgewässer für die ­gezielte Förderung von teils verdrängten Arten, wie Libellen, ­erstellt. Wald-, Sumpf- und Wasserpflanzen dominieren die Ufervegetation. Temperaturprofile der Messungen zeigten, dass sich der Weiher im Sommer bis zum Grund erwärmt. Die untersten zwei bis drei Meter der Wassersäule waren bei allen Mess­terminen frei von Sauerstoff, was ­signalisiert, dass keine Zirkulation stattfand. Fische und andere Wassertiere können in dieser Zone, zumindest in der wär­meren Jahreshälfte, nicht über­leben.

Dafür herrschte in der oberflächennahen Wasserschicht eine Sauerstoffübersättigung, was auf ein starkes Algenwachstum schliessen lässt, da Pflanzen Fotosynthese betreiben, ergo Sauerstoff produzieren. Untersuchungen offenbarten ein relativ hohes Nährstoffvorkommen. Deshalb kategorisieren die Experten des Kantons den Eselschwanzweiher als «eutrotrophes» Kleingewässer. Regionale Beispiele verdeutlichen die Signifikanz regelmässiger Nachforschungen. Schwerwiegende Abweichungen vom erwarteten Zustand wurden nicht festgestellt. Somit besteht laut Untersuchungen kein dringender Handlungsbedarf. Da diese Standorte Lebensräume für Tiere und Pflanzen darstellen, aber auch Naherholungsgebiete und von Relevanz für die Fischerei sind, sei eine Überwachung der Wasserqualität unerlässlich.

Hinweis

www.umwelt.sg.ch/home/Themen/wasser/seen/kleinseen_und_weiher.html