«Natur» kurz und klein geschlagen

Ein Kunstwerk einer laufenden Ausstellung im Stadtpark ist von Unbekannten zerstört worden. Die Verantwortlichen wollen sich ihre Freude an der Aktion dadurch aber nicht verderben lassen.

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Im laufenden Jahr wird der Stadtsanktgaller Naturschutzverein (NVS) 40 Jahre alt. Das Jubiläum feiert er bis Ende Woche mit einer künstlerischen Intervention im Stadtpark. Schülerinnen und Schüler der Schule für Gestaltung haben dafür Objekte zum Thema «Natur in der Stadt» geschaffen.

Vandalen leisten ganze Arbeit

Am letzten Freitag war Vernissage für die künstlerische Intervention.

Lange überlebt hat das auffälligste der vier Kunstwerk allerdings nicht: Das aus kleinen Stücken diverser Holzarten aufgebaute, filigrane Wort «Natur» vor dem Gebäude des Natur- und Kunstmuseums wurde vermutlich am letzten Wochenende zerstört. Dabei haben die Vandalen ganze Arbeit geleistet: Die Überreste der fünf Buchstaben taugen höchstens noch als Brennholz. Wer zugeschlagen hat, ist unbekannt.

Vandalenakte im Stadtpark sind gemäss Erfahrung des Gartenbauamtes zwar eher selten, kommen «aber schon» vor. Vor allem, wenn «leichte Dinge» aufgestellt würden. Gegen die massiven Objekte der Steinhauer-Ausstellung, die kürzlich zu Ende gegangen ist, habe man hingegen kaum Übergriffe festgestellt, sagte gestern ein Mitarbeiter der Stadtpark-Pflegeequipe.

Grosses Echo auf Ausstellung

Keine Freude am Vandalenakt hat naturgemäss Robert Schmid, der Präsident des Naturschutzvereins Stadt St. Gallen und Umgebung (NVS). Die Freude an der Ausstellung im Stadtpark will er sich aber keinesfalls verderben lassen. Die Aktion sei ein riesiger Erfolg. Das Echo sei erheblich grösser, als der NVS-Vorstand erwartet habe.

Er persönlich habe an den Kunstwerken schon an der Vernissage «eine Riesenfreude» gehabt und viele positive Echos bekommen – von den Beteiligten und von Dritten.

Für Schmid ist klar, dass der Vandalenakt gegen das Kunstwerk die Tat Einzelner ist. Mit solchen Anschlägen müsse man leben. Die ganz grosse Mehrheit der Bevölkerung lehne solche Übergriffe ab.

Die Freude an der gelungenen Aktion im Stadtpark werde er sich durch die Vandalen ganz sicher nicht verderben lassen. (few)

Das Wort «Natur» vor und nach dem Besuch der Nachtbuben. (Bilder: Reto Martin/Reto Voneschen)

Das Wort «Natur» vor und nach dem Besuch der Nachtbuben. (Bilder: Reto Martin/Reto Voneschen)