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NATUR: In den Gärten zuhause

Thom Roelly beschäftigt sich mit aktueller und historischer Gartenkunst. Der langjährige Leiter des städtischen Gartenbauamtes reist dazu quer durch Europa und hält seine Eindrücke fotografisch fest.
Matthias Fässler
Thom Roelly an einem seiner früheren Arbeitsplätze, dem Stadtpark. Bei der Arbeit als Landschaftsarchitekt gehe es aber nicht bloss um Gärten, sagt er. «Es geht um öffentlichen Freiraum.» (Bild: Sabrina Stübi)

Thom Roelly an einem seiner früheren Arbeitsplätze, dem Stadtpark. Bei der Arbeit als Landschaftsarchitekt gehe es aber nicht bloss um Gärten, sagt er. «Es geht um öffentlichen Freiraum.» (Bild: Sabrina Stübi)

Matthias Fässler

matthias.faessler@tagblatt.ch

Eigentlich hat Thom Roelly bereits vieles erledigt, was er sich vor seiner Pensionierung 2005 vorgenommen hatte: Er wiederholte eine Gartenreise nach Bomarzo im Herzen Italiens, die er bereits als Student gemacht hatte. Er kehrte zu den Wisley-Gardens im Süden Englands zurück, wo er als Jugendlicher ein Praktikum absolviert hatte. «Doch die Liste füllt sich immer wieder neu», sagt Roelly.

Während 20 Jahren leitete Thom Roelly das städtische Gartenbauamt und war in St. Gallen verantwortlich für «das Grüne und den Freiraum», wie er sagt. Roelly war in seiner Funktion zuständig für den Unterhalt öffentlicher Grünanlagen, für Friedhöfe und für Sportanlagen. Und er baute die Fachstelle für Naturschutz und Landschaftspflege mit auf.

Die Stadt rückt in den Hintergrund

Nach der Pensionierung konnte er nachholen, wofür er vorher weniger Zeit gehabt hatte. Er reiste viel und fotografierte, kehrte zeitweise aber auch zu seinen beruflichen Wurzeln zurück. Bevor er die Stelle beim Gartenbauamt antrat, hatte er in Wettingen als Landschaftsarchitekt gearbeitet. Heute berät er in dieser Funktion gelegentlich befreundete Architekten. Im Botanischen Garten hielt er schon einige Vorträge rund um das Thema Gartenkunst. Roelly ist zudem Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur und sitzt in der Jury für den «Garten-Oskar», einen Preis für zeitgenössische Gartenkunst. «Wer sich einmal für die Natur, für Gärten und Ökologie interessiert, der hört nach 40 Jahren nicht plötzlich damit auf», sagt er. Die Beratung und die Vorträge machen aber nur einen kleinen Teil seines Lebens aus. Sein Hauptinteresse gilt den Reisen und der persönlichen Weiterbildung. «Ich beschäftige mich nun mit Gartenarchitektur und -gestaltung», sagt Roelly, der hauptsächlich in Deutschland lebt. Er erfreue sich zwar noch an den vielen schöngestalteten Grünflächen in St. Gallen, die Stadt sei aber in den Hintergrund gerückt. Es freue ihn jedoch, dass viele Projekte, die er mitinitiiert hatte, erfolgreich weitergeführt worden seien. «Mein Nachfolger macht einen hervorragenden Job.» Die Arbeit beim Gartenbauamt, mittlerweile in «Stadtgrün» umgetauft, habe sich aber auch verändert. «Wir hatten anfangs noch keine Computer. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen», sagt Roelly.

Die Leidenschaft für den Beruf merkt man ihm immer noch an. Als Landschaftsarchitekt beschäftige man sich sowohl mit künstlerischen Elementen wie auch mit ökologischen und technischen Fragen. «Der Beruf ist äusserst umfassend», sagt er.

Nächste Reisen geplant

Zeit seines Lebens haben ihn verschiedene Formen der Gartenkunst interessiert, aktuelle wie historische. «Gärten verweisen auf gesellschaftliche Strukturen, die sie hervorbringen», sagt Roelly und kündigt damit auch seinen aktuellen Vortrag an. Nächsten Sonntag referiert Roelly über europäische Gartenkunst (siehe Kasten). In seinen Vorträgen zeigt Roelly jeweils Fotomaterial von eigenen Reisen: durch deutsche Gärten und Parkanlagen, von Südengland nach Wales.

Roelly plant bereits seine nächsten Reisen. Demnächst will er nach Wien und Rotterdam und dort in die Welt der Gartenkunst eintauchen. Die Liste füllt sich also bereits wieder neu.

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