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NATUR: Ein Garten Eden im Fischerdorf

Freiwillige arbeiten seit vier Jahren an einem grossen Biodiversitätsgarten in Altenrhein – mit biologischem Saatgut, ohne Gift, ohne Dünger. Der Platz mutet paradiesisch an. Fertig ist er noch lange nicht.
Richard Bischof
Auf dem Grundstück der Ortsgemeinde Altenrhein ist durch viel Handarbeit ein paradiesischer Garten entstanden. (Bilder: zVg)

Auf dem Grundstück der Ortsgemeinde Altenrhein ist durch viel Handarbeit ein paradiesischer Garten entstanden. (Bilder: zVg)

Richard Bischof

redaktionot@tagblatt.ch

Ein Stück Land, beinahe so gross wie ein Fussballfeld, steht den Natur- und Gartenfreunden zur Verfügung. Ein Stück Land, das vor einem halben Jahrhundert mit Sand und Schlick aus dem Alten Rhein aufgeschüttet wurde, als der Flusslauf vertieft und der Sportfischerhafen ausgehoben wurden. Das Land ist im Besitz der Ortsgemeinde Altenrhein und wird durch Bauer Josef Keel nach biologischen Grundsätzen bewirtschaftet.

Auf dem Landwirtschafts­betrieb von Keel wird nebst unerlässlicher Maschinenarbeit viel Handarbeit geleistet. Mehrere Frauen stechen Blacken, reinigen Uferbereiche, pflegen Bäume, tragen Obst zusammen. Bei ihnen ist die Idee eines naturnahen Gartens aufgekommen, mit genügend grosser Fläche. Unterstützt durch den Landwirt entsteht südlich der Wiesenstrasse ein Biodiversitätsgarten ohne klare Unterteilung. So sieht es zumindest auf den ersten Blick aus. Was aber dahintersteckt, ist eine grossräumige und langfristige Planung, die von Frauen zusammen mit dem Naturschutz, ProSpecieRara und Biologen regelmässig betrieben wird. Und was sie bis heute erreicht haben, darf sich sehen lassen. Fertig ist der Garten noch lange nicht – er wird es wohl nie werden.

Eine Hecke aus 300 einheimischen Sträuchern

Die Vielfalt ist enorm. Was in diesem Garten alles wächst, blüht, kriecht, fliegt, schwimmt und schleicht, erinnert an den biblischen Garten Eden. Es hat einfach alles Platz, neben- und miteinander. Was der Boden hergibt, bekommt er in Form von Mulch und Kompost wieder zurück. Die südliche Begrenzung bildet eine Hecke aus 300 einheimischen Sträuchern, Wildbeeren und ­Dornengewächsen. Gegenüber wachsen Hochstammbäume, vorwiegend alte Feldobst-Sorten. Die Randweiher sind bereits besiedelt von Schilf und geben Fröschen, Kammmolch und Ringelnatter Unterschlupf. Die mehrjährigen Beerensträucher stellt ProSpecieRara zur Verfügung mit der Option, dass sie von den erstarkten Pflanzen wieder Triebe gewinnen darf.

Gemüse zur Selbstversorgung

Auf der freien Fläche wird der so genannte Gemüsegarten betrieben. Für einen optimalen Kreislauf wechseln Fruchtfolgeflächen ab mit bepflanzten «Beeten». Wer als Gast vorbeischaut, muss zuerst suchen, bis er oder sie die Erdbeeren, den Kohl, die Kartoffeln, Saubohnen, Bergauberginen, Rüebli oder die verschiedenen Salate findet. Unkraut wird nur auf das Nötigste reduziert. Mit viel Liebe haben die Gärtner gemulchte Wege in der Form einer grossen Venusblume angelegt. Mit ihrem goldenen Schnitt vermittelt sie Harmonie und Spannung, wie sie uns die Natur immer wieder schenkt. Am Garten wird ausschliesslich ehrenamtlich gearbeitet. Als Lohn dürfen die Helferinnen und Helfer biologisches Gemüse zur Selbstversorgung ernten. Seit dem Frühjahr steht ein Gewächstunnel im Humusgarten. So können sogar südlichere Pflanzen wie Tomaten, Peperoni und Zucchetti angebaut werden. Der optische Eindruck täuscht nicht: Inmitten von kunstvoll verarbeitetem Schwemmholz und bunt blühenden Blumen gedeiht biologisch angebautes Gemüse. Hier fühlen sich Vögel, Bienen, Hummeln, Falter und Wildbienen wie im Paradies – natürlich auch die ­beteiligten Gärtnerinnen und Gärtner. Besonders Interessierte dürfen sich an Mittwochnachmittagen direkt im Garten informieren lassen.

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