NAMEN & NOTIZEN von einem präsidialen Ballonflug, von Überfällen und Parkplätzen, von einer grossen Abwesenden und vom Ogo.

Vom Winde verweht wurden am Samstag die Oberhäupter der Stadtsanktgaller Ortsgemeinden. Mit ihrem frischgetauften Heissluftballon – er hört auf den Namen HB-QMT – stiegen sie auf der Kreuzbleiche auf und entwanden Richtung Westen (Tagblatt von gestern).

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Vom Winde verweht wurden am Samstag die Oberhäupter der Stadtsanktgaller Ortsgemeinden. Mit ihrem frischgetauften Heissluftballon – er hört auf den Namen HB-QMT – stiegen sie auf der Kreuzbleiche auf und entwanden Richtung Westen (Tagblatt von gestern). Zur Beruhigung aller, die Neuwahlen parallel in allen Ortsgemeinden befürchteten: Arno Noger (Präsident Ortsbürgergemeinde St. Gallen), Peter Schambeck (Präsident Straubenzell), Ivo Messmer

(Vizepräsident Tablat) und Rolf Wirth (Geschäftsführer «St. Gallen etwas mehr» – das ist der, der im Bild winkt) sind nach einer Stunde und 45 Minuten sicher gelandet. Im Verständnis vieler Stadtsanktgaller zwar im Ausland, aber perfekt. Der Heissluftballon ging westlich von Gossau in der Nähe der SBB-Linie nieder. Auf einer gemähten Wiese.

Dem Eigentümer der Grünfläche, einem verblüfften Bauern, überreichten die städtischen Luftreisenden als Dankeschön für den Landeplatz «ein kleines Präsent».

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Der Besuch von Tagungen bildet. Und wenn einem die Workshops nicht weiterhelfen, erfährt man am Rand immer Neues. So auch am Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (Sufo) vom Wochenende.

Wem war es denn bisher in dieser Stadt bewusst, dass SP-Politikerin Doris Königer bereits viermal im öffentlichen Raum ausgeraubt wurde? Das erste Mal im zarten Alter von 14 Jahren. Abgesehen hatten es die Räuber auf Schulbücher. Was Klein-Doris damals vielleicht doch nicht ganz ungelegen kam.

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Eine andere Sufo-Enthüllung war, dass die VCS-Frau und

SP-Verkehrspolitikerin einen Tolggen im politischen Reinheft hat. Im eigenen Empfinden ist es gar eine veritable Bausünde: Als Architektin war Doris Königer an der Planung eines Parkplatzes beteiligt! Er gehört der Stadt und befindet sich im Entwicklungsgebiet beim Platztor (Bild). Allerdings: Schämen muss sich Doris für den Platz nicht. Statt mit undurchlässiger Asphaltdecke ist er mit wasserdurchlässigen Sichtsteinen ausgelegt, und rundherum gibt's viel Grün.

Von der Bauweise könnte sich der eine oder andere Parkplatzbauer eine Scheibe abschneiden – etwa der, der für die SBB kürzlich neben der Lokremise gewütet hat.

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Apropos Sufo: Auch am linksgewickelten Grossanlass wird gerne und ausgiebig über nicht Anwesende gelästert. Am diesjährigen Forum führte die entsprechende Hitliste eine FDP-Stadtparlamentarierin an: Der Vorstoss von Jennifer Deuel mit kritischen Fragen zum Kulturzentrum Palace gab ausgiebig zu reden.

Die Behauptung der FDPlerin, die SP führe im alten Kinosaal Versammlungen durch, quittierte einer mit einem etwas längeren Gedächtnis allerdings mit einem Grinsen. Es sei doch im März 2004 die FDP gewesen, die dort Kandidaten fürs Stadtparlament nominiert habe. Darunter als neue Kraft eine gewisse Jennifer Deuel-Zumstein…

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Und dann gab's am Wochenende auch eine Leserfrage: Was um Himmels willen ist ein Ogo? Der Begriff tauchte in einer Meldung des Fundbüros auf (Tagblatt vom 5. Mai). Die Antwort auf die Frage fand sich im Internet – Wikipedia sei Dank. Darum wissen wir jetzt, dass ein Ogo kein südamerikanisches Nagetier ist, wie eine Redaktorin vermutete. Hinter der Bezeichnung versteckt sich einmal ein Dörfchen im Senegal. Zu vermuten ist aber, dass dieses nicht im Fundbüro gelandet ist. Verloren hat einer vielmehr ein Gerät (Bild), mit dem man immer und überall chatten und mailen kann.

Der Name Ogo ist die Abkürzung von «on the go». (vre)