Nachzahlungen schlagen zu Buche

In Gossau, Waldkirch und Andwil schliesst die Jahresrechnung 2014 deutlich besser als budgetiert. Und es gibt drei Parallelen: Veranschlagt worden war ein Defizit; es resultierte ein Überschuss; es gab unerwartet hohe Nachzahlungen.

Daniel Wirth
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Die Jahresrechnung 2014 der Stadt Gossau schliesst bei einem Aufwand von rund 88 Millionen Franken mit einem Überschuss von circa 5,1 Millionen. Budgetiert war ein Defizit von knapp 580 000 Franken. Die Besserstellung der Rechnung um rund 5,7 Millionen gegenüber dem Voranschlag begründet der Stadtrat mit vier wesentlichen Punkten.

Schwierig zu kalkulieren

Die gesamten Steuereinnahmen liegen um rund 2,7 Millionen Franken über dem Budget, wozu weitgehend die schwierig zu kalkulierenden Nachzahlungen für Vorjahre beigetragen haben. Warum haben diese Nachzahlungen mit circa 2,4 Millionen Franken derart stark zu Buche geschlagen? «Die Mitarbeitenden des Steueramts haben in jüngster Zeit viele Pendenzen abgearbeitet», sagt Urs Salzmann, Kommunikationsverantwortlicher der Stadt Gossau, auf Anfrage. «Bei den Steuerfällen, die mehrere Jahre lang hängig waren und nun abgearbeitet werden konnten, handelt es sich um solche, bei denen es um viel Geld ging», sagt Urs Salzmann.

Differenzen ausgeräumt

Ein weiterer Punkt seien die Differenzen zwischen provisorischen und den definitiven Rechnungsbeträgen bei selbständig Erwerbenden und Firmeninhabern. Hauptsächliche Gründe für Abweichungen hier sind Korrekturen aus der Deklaration, zum Beispiel nicht gewährte Abzüge, oder die Versteuerung von Ausschüttungen aus Firmen, die zum Zeitpunkt der provisorischen Rechnungsstellung noch bekannt gewesen waren. Die Nachsteuern aus Selbstanzeige-Verfahren für nicht versteuerte Vermögen machen gemäss Salzmann in der Stadt Gossau nur einen marginalen Teil der Steuereinnahmen aus. Weil das Gossauer Steueramt nun ziemlich à jour sei und nur mehr wenige Pendenzen habe, könne im laufenden Jahr nicht mehr mit derart hohen Steuernachzahlungen gerechnet werden wie 2014.

Neben Nachzahlungen trugen Erträge aus Liegenschaftsverkäufen und dem Verkauf des Espel-Inventars an die Sana Fürstenland AG sowie ein reduzierter Aufwand und tiefere Abschreibungen zum guten Ergebnis bei.

Gleiches Bild in Andwil

In der Gossauer Nachbargemeinde Andwil liegt der Rechnungsabschluss 2014 zwar vor; er wird aber erste nächste Woche im Gemeinderat behandelt. Patrik Strässle, Gemeinderatsschreiber in Andwil, konnte aber gestern auf Anfrage immerhin so viel sagen: «Die Rechnung wird deutlich besser abschliessen als das Budget; die Zahlen werden nicht wie erwartet rot, sondern schwarz sein.» Der Hauptgrund für die markante Besserstellung: Nachzahlungen aus Vorjahren.

Fast zehnmal mehr

Solche waren auf der Basis der Rechnung 2013 zwar auch im Budget 2014 vorgesehen, nämlich exakt 80 000 Franken. Tatsächlich sind aber Nachsteuern von circa 750 000 Franken eingegangen, das ist fast zehnmal so viel wie veranschlagt. Insgesamt fiel der Steuerabschluss 2014 in Andwil um rund 850 000 Franken besser aus als budgetiert. In der Laufenden Rechnung für 2014 sah der Gemeinderat bei einem Aufwand von circa 12 Millionen Franken ein Defizit von 280 000 Franken vor. Die Besserstellung der Rechnung gegenüber dem Budget wird in Andwil etwa eine halbe Million Franken betragen.

Auch Waldkirch im Plus

In Waldkirch sind die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr ebenfalls markant angestiegen. Auch in dieser Gossauer Nachbargemeinde haben die Nachzahlungen aus Vorjahren die Erwartungen übertroffen. Im Mitteilungsblatt liess der Gemeinderat die Bürger wissen, dass das prognostizierte Defizit von gut 325 000 Franken für das Jahr 2014 in einen Überschuss umgewandelt werden kann.

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