NACHGEFRAGT

«Meine Gesundheit ist ein Geschenk» Kürzlich gewann Roland Thommen aus Rorschacherberg in Chicago zum wiederholten Mal einen Marathon. Genau dort, wo er vor Jahresfrist seinen 100. Marathon lief. Ob Flach- oder Berglauf, der 76-Jährige ist immer mit dabei, wenn es ums Laufen geht.

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«Meine Gesundheit ist ein Geschenk»

Kürzlich gewann Roland Thommen aus Rorschacherberg in Chicago zum wiederholten Mal einen Marathon. Genau dort, wo er vor Jahresfrist seinen 100. Marathon lief. Ob Flach- oder Berglauf, der 76-Jährige ist immer mit dabei, wenn es ums Laufen geht. Er erzählt, wie es ihm im vergangenen Jahr mit seinem Hobby erging.

Haben Sie heute schon trainiert?

Trainiert nicht, denn ich bezeichne meine Laufrouten nicht als eigentliches Training, da sie nicht leistungssteigernd sind. Ich laufe einfach täglich fünf Viertelstunden mit dem Ziel, den Säntis zu sehen. Und ja, dies habe ich heute schon gemacht.

Vor einem Jahr haben Sie den 100. Marathon absolviert. Wie viele waren es seither?

Im vergangenen Jahr sind weitere sechs Marathons dazugekommen. Davon konnte ich auch einige in meiner Alterskategorie gewinnen. Dies ist für mich aber eher nebensächlich, da ich einfach Freude am Laufen habe und das Gefühl geniesse, wenn ein Lauf bis zum Schluss schön war.

Wie schaffen Sie es, so gesund und fit zu bleiben, dass Sie sechs Marathons pro Jahr laufen können?

In erster Linie ist es ein Geschenk. Ich denke es immer wieder, wenn ich mich für einen Lauf anmelde. Dazu kommt, dass ich täglich vor und nach meiner Laufrunde 30 Minuten Turnübungen mache, um Verspannungen und muskuläre Verletzungen zu vermeiden.

Sie brauchen für einen Marathon zwischen vier und viereinhalb Stunden. Woran denken Sie während dieser Zeit?

Ich geniesse die Umgebung. Bei Bergläufen erreicht man immer wieder Punkte mit wunderschöner Aussicht. Die Flachmarathons bestreite ich vorwiegend in Städten der USA. Auch da drehen sich meine Gedanken um die Umgebung. Was kommt hinter der nächsten Ecke? Welches Bild bietet sich mir drei Strassen weiter? Ans Laufen selber denke ich nicht. Höchstens, wenn ich wegen der Hitze Probleme mit dem Atmen bekomme. Dann singe ich drauflos und schon geht es mir besser – den Ohren des Nebenläufers tut das dann aber weniger gut.

Wie lange dauert es nach einem Marathon, bis Sie wieder fit für Ihre tägliche Laufrunde sind?

Keinen Tag. Ich gehe bereits am nächsten Morgen wieder fünf Viertelstunden laufen. Es gibt eigentlich höchstens sechs Tage im Jahr, an denen ich nicht Laufen gehe. Das ist dann, wenn der Waldboden zu «pflutschig» ist. Ich will ja nicht steckenbleiben.

Gab es schon Momente, in denen Sie dachten, genug ist genug?

Als ich mit etwa 40 Jahren anfing, Marathons zu laufen, habe ich das oft gedacht. Ich fragte mich, warum ich mir das antue. In den letzten Jahren sind solche Situationen nicht mehr aufgetreten. Ich weiss aber auch, dass alles endlich ist und darum geniesse ich aus vollen Zügen was ich tue und gehe nie über meine Grenzen hinaus. (dze)

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