NACHGEFRAGT

Gemeinde wird keine Aktien kaufen Der «Neubeginn» des Gymnasiums Marienburg wird mit Hochdruck vorangetrieben.

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Robert Raths Gemeindepräsident Thal (Bild: Quelle)

Robert Raths Gemeindepräsident Thal (Bild: Quelle)

Gemeinde wird keine Aktien kaufen

Der «Neubeginn» des Gymnasiums Marienburg wird mit Hochdruck vorangetrieben. Thals Gemeindepräsident Robert Raths erklärt im Kurzinterview, weshalb er sich nicht persönlich bei der Rettungsaktion engagiert und warum die Standortgemeinde keine Aktien zeichnen wird.

Herr Raths, was würde eine Schliessung der «Marienburg» für die Gemeinde Thal bedeuten?

Die Schliessung bedeutet einen Verlust von Arbeitsplätzen und einen Verlust von Aufträgen für das hiesige Gewerbe.

Eine sehr nüchterne Antwort, hätte eine Schliessung denn keine schulischen Konsequenzen?

Persönlich würde ich eine Schliessung des Gymnasiums bedauern und ich bin überzeugt, dass es Möglichkeiten gegeben hätte, es zu erhalten. Wir verfügen in der Gemeinde aber über eine Unter- und Oberstufe und durch die Kantonsschulen St. Gallen und Heerbrugg auch über die Anbindung für den weiterführenden Bereich. Es würde durch eine Schliessung daher keine schulische Lücke in der Gemeinde geben.

Welche Möglichkeiten sprechen Sie denn konkret an?

Als Vertreter der Standortgemeinde habe ich zweimal im Jahr bei Sitzungen des Stiftungsrates Einblick erhalten. Bei der Sitzung vom 18. Oktober musste bereits über Weiterführung oder Schliessung der «Marienburg» entschieden werden. Wäre die heikle Lage früher kommuniziert worden, hätte ich mich gerne in einem Team persönlich für eine Weiterführung des Gymnasiums engagiert. Dies hätte aber bedingt, dass der Schulbetrieb wie bis anhin weitergeführt worden wäre, denn der Fortbestand steht und fällt mit den Schülerzahlen.

Wieso engagieren Sie sich denn nicht bei der nun von Eltern lancierten Rettungsaktion?

Wie gesagt, wäre genug Zeit geblieben, hätte ich mich als Privatperson still im Hintergrund wirkend engagiert. Mit dem Beschluss des Stiftungsrates hat sich mein Engagement aber erledigt; in der Auffanggesellschaft sehe ich für mich keine Aufgabe.

Kann die Gemeinde als Unterstützung wenigstens Aktien der geplanten Betriebsgesellschaft zeichnen?

Nein. Unsere Aufgabe ist der Betrieb der öffentlichen Schule. Die «Marienburg» ist ein privates Unternehmen, hier könnten wir nur aktiv werden, wenn das Angebot weit über jenes der öffentlichen Schulen hinausginge und eine sinnvolle Ergänzung wäre. (rtl)