Nachgefragt

«An Grafikern wird es nicht fehlen» Die Grafikfachklasse des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen (GBS) hat dieses Jahr einen Rückgang bei den Anmeldungen verzeichnet.

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Daniel Kehl Leiter Schule für Gestaltung (Bild: Quelle)

Daniel Kehl Leiter Schule für Gestaltung (Bild: Quelle)

«An Grafikern wird es nicht fehlen»

Die Grafikfachklasse des Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrums St. Gallen (GBS) hat dieses Jahr einen Rückgang bei den Anmeldungen verzeichnet. Daniel Kehl, Abteilungsleiter der Schule für Gestaltung, erklärt, wo die Gründe dafür liegen könnten und warum es in St. Gallen künftig dennoch nicht an Grafikern fehlen wird.

Wie viele Anmeldungen für die Grafikfachklasse gingen ein?

Dieses Jahr zählten wir 23 Anmeldungen. Der langjährige Schnitt liegt bei etwa 35. Im letzten Jahr hatten wir eine ausserordentlich hohe Zahl von über 40 Anmeldungen.

Wie viele Schüler davon beginnen Mitte August ihre Ausbildung an der GBS?

Die Anzahl der Ausbildungsplätze, welche in der Fachklasse Grafik zur Verfügung stehen, ist geregelt und beträgt 12.

Seit wann wird ein Anmelderückgang verzeichnet?

Der Rückgang trat dieses Jahr erstmals ein. Die Anzahl der Bewerber entsprach nicht dem zu erwartenden Trend des Vorjahres.

Was sind die Gründe für die wenigen Anmeldungen?

Es kann sein, dass die Diskussion über die Erhöhung der Schulgebühren im Rahmen der kantonalen Sparmassnahmen zu einer gewissen Verunsicherung beigetragen hat. Denn sie fiel just in die Zeit des Anmeldeschlusses. Wir erhielten einige Anrufe von Eltern und Bewerbern. Ein weiterer Grund könnte natürlich sein, dass Fachmittelschulen und gymnasiale Maturitätsschulen alternative Angebote haben. Wir verzeichnen auch weniger ausserkantonale Interessenten. Diese haben die Vollkosten der Ausbildung zu tragen.

Gibt es nun bald zu wenige Grafiker in St. Gallen?

Nein, sicher nicht. Die Nachfragen bei Ausbildungsbetrieben der grafischen Branche zeigen, dass der Beruf des Grafikers nach wie vor sehr beliebt ist. Es gibt weitaus mehr Interessenten als Ausbildungsplätze.

Werden Sie die Werbung für das Fach trotzdem intensivieren?

Ja. Wir informieren wie bereits in den Vorjahren bei den Absolventen der gestalterischen Vorkurse, führen Tage der offenen Türe durch, stellen uns regelmässig den Berufs- und Laufbahnberatern vor und sind an der Offa präsent. Wir werden uns aber künftig noch stärker an jene Oberstufen wenden, die Förderklassen in Gestaltung führen. (jag)