NACHGEFRAGT

Sehen und gesehen werden in der Luft Der Weihnachtsbaum wird voraussichtlich heute zwischen 9 und 10 Uhr per Helikopter zum Klosterplatz geflogen. Vergangene Woche wurden Stahltanks fürs Geothermie-Projekt auf dem Luftweg ins Sittertobel gebracht.

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Anton Kohler Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) in Bern (Bild: Quelle)

Anton Kohler Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) in Bern (Bild: Quelle)

Sehen und gesehen werden in der Luft

Der Weihnachtsbaum wird voraussichtlich heute zwischen 9 und 10 Uhr per Helikopter zum Klosterplatz geflogen. Vergangene Woche wurden Stahltanks fürs Geothermie-Projekt auf dem Luftweg ins Sittertobel gebracht. Helikopterflüge häufen sich derzeit über St. Gallen. Anton Kohler, Sprecher des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl), gibt Auskunft über Vortrittsregeln und Mindestflughöhen am Stadthimmel.

Herr Kohler, wer regelt eigentlich den Flugverkehr über der Stadt?

Es gibt zwei Arten von Lufträumen: Solche, die von Skyguides kontrolliert werden, und solche, in denen Flugzeuge nach Sicht fliegen wie in St. Gallen. Hier fliegen Piloten, wenn sie Aufträge haben und die Bedingungen für eine sichere Operation gegeben sind. Das heisst unter anderem: Es braucht eine Mindestsichtweite. Ob diese ausreicht, muss der Pilot selber beurteilen.

Wenn mehrere Helis gleichzeitig in der Luft sind: Wer hat Vortritt?

Die Regel heisst: «Sehen und gesehen werden» oder «See and avoid». Beim Sichtflug schaut jeder für sich. Die Helikopterpiloten koordinieren sich selber und tragen die Verantwortung, dass sie nicht zusammenstossen.

Heute morgen wird der Weihnachtsbaum zum Klosterplatz geflogen – wie tief dürfen Helis über der Stadt fliegen?

Über dicht besiedeltem Gebiet müssen sie eine Mindestflughöhe von 300 Metern einhalten. Der Baum muss allerdings irgendwie auf den Boden kommen. Deshalb wird der Heli diese Höhe irgendwann doch unterschreiten.

Dürfen Helikopter denn überall in der Stadt landen?

Grundsätzlich schon. Zum einen muss der Grundeigentümer einverstanden sein. Zum anderen darf der Landeplatz nicht zu klein sein. Sonst ist der Abwind des Helis so stark, dass Sachen kaputt gehen und Scheiben zerbersten.

Wegen der Abwinde wurde die Baustelle im Sittertobel abgesperrt. Sind bei einem Flug über Stadtgebiet weitere Sicherheitsvorkehrungen nötig?

Die Helikopterunternehmen müssen sich vor allem überlegen, welches die sicherste Route ist. Sie werden versuchen, besiedeltes Gebiet möglichst zu meiden. Gerade wenn sie Unterlasten haben, werden sie darauf achten, entlang von Strassen zu fliegen. In Basel zum Beispiel wählen sie stets den Weg über den Rhein, wenn sie ins Kantonsspital fliegen. So lässt sich das Risiko reduzieren. (cw)