NACHGEFRAGT

Haben Frösche kalt, sind sie langsam Schnee, Regen und Nebel: Der Frühling will und will nicht kommen. Das hat auch Auswirkungen auf die Amphibien in der Stadt. Frösche, Kröten und Molche können wegen der tiefen Temperaturen nicht laichen, sagt Jonas Barandun, St.

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Jonas Barandun St. Galler Ökofachmann und Amphibienexperte (Bild: Quelle)

Jonas Barandun St. Galler Ökofachmann und Amphibienexperte (Bild: Quelle)

Haben Frösche kalt, sind sie langsam

Schnee, Regen und Nebel: Der Frühling will und will nicht kommen. Das hat auch Auswirkungen auf die Amphibien in der Stadt. Frösche, Kröten und Molche können wegen der tiefen Temperaturen nicht laichen, sagt Jonas Barandun, St. Galler Ökofachmann und Amphibienexperte.

Der Frühling lässt dieses Jahr lange auf sich warten. Hat das Auswirkungen auf die Amphibien, die zu dieser Jahreszeit normalerweise aus dem Winterschlaf erwachen?

Ja, St. Gallen liegt auf einer Höhe, in der es bislang zu kalt war für die Amphibien. Eigentlich wäre nun die Zeit, in der sich die Tiere auf ihre teils kilometerlange Wanderung zur ihrem Laichgebiet machen. Doch bei diesen tiefen Temperaturen haben sie Mühe, sich zu bewegen. Sie sind zu langsam und können vor Gefahren nicht schnell genug flüchten. Deshalb sind sie grösstenteils noch nicht aktiv. In tiefer gelegenen Regionen mit milderen Temperaturen, etwa im Rheintal oder am Bodensee, ist die Amphibienwanderung bereits vorbei.

Welche Bedingungen müssen für die Amphibienwanderungen gegeben sein?

Der Boden muss aufgetaut und nass sein. Ausserdem sollte er eine Temperatur von mindestens fünf Grad Celsius aufweisen.

Hat das kalte Wetter negative Folgen für die Tiere?

Problematisch ist es vor allem für jene Grasfrösche, die an etwas wärmeren Tagen bereits in städtischen Gewässern gelaicht haben. Gefriert das Wasser durch einen erneuten Kälteeinbruch, stirbt ein Teil des Laichs ab – der Nachwuchs der Frösche wird dezimiert. Ein weiteres Problem ist, dass durch die anhaltende Kälte die Amphibien ausgehungert werden. Denn sie fressen erst, wenn sie abgelaicht haben.

Heisst das nun, dass zahlreiche Amphibien in St. Gallen verhungern?

Nein, davon gehen wir momentan nicht aus. Die meisten Amphibienarten ertragen viel. Ist es zu kalt, vergraben sie sich wieder und warten auf wärmeres Wetter.

Welche Amphibien gibt es in der Stadt überhaupt?

In St. Gallen gibt es drei Arten, die in grosser Zahl vorkommen. Die Erdkröte, der Grasfrosch und der Bergmolch. Dann gibt es noch einige kleinere Populationen, etwa von Wasserfröschen und Fadenmolchen. Sehr selten sind inzwischen die Gelbbauchunke und die Geburtshelferkröte. (hae)

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