Nachgefragt

«Wir wollten ein Zeichen setzen» Stadt und Kanton St. Gallen sowie Appenzell Ausserrhoden treten auf Ende 2011 aus der Bodenseefestival GmbH aus. Regierungsrätin Kathrin Hilber erklärt, warum sich der Kanton St. Gallen zu dem Schritt entschieden hatte.

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«Wir wollten ein Zeichen setzen»

Stadt und Kanton St. Gallen sowie Appenzell Ausserrhoden treten auf Ende 2011 aus der Bodenseefestival GmbH aus. Regierungsrätin Kathrin Hilber erklärt, warum sich der Kanton St. Gallen zu dem Schritt entschieden hatte.

Frau Hilber, warum will der Kanton beim Bodenseefestival nicht mehr mitmachen?

Der Hauptteil der Gelder floss in die Organisation, und nicht in die Kultur. Der kulturelle Austausch ist uns wichtig. Aber das Geld soll der Kultur, nicht der Organisation zugute kommen. Die GmbH war nicht bereit, auf unsere Kritik einzugehen. Mit dem Ausstieg wollten wir ein klares Zeichen setzen.

Was hätte sich denn ändern müssen?

Man müsste die Organisation verschlanken und mehr Schweizer Kulturinstitutionen in das Festival mit einbeziehen.

Wenn man etwas Gemeinsames macht, muss man an das anknüpfen, was bereits da ist, also die hiesigen Kulturträger mitberücksichtigen.

Der Kanton St. Gallen hat jährlich 90 000 Franken gezahlt. Wie setzen Sie nun das eingesparte Geld ein?

Wir wollen die Mittel weiter für Kulturelles nutzen. Aber wir unterstützen lieber Projekte, zu denen wir einen direkten Zugang haben. Das können auch Dinge sein, die bisher im Rahmen des Bodenseefestivals stattgefunden haben.

Der Austritt aus der Bodenseefestival GmbH kann auch zu etwas Neuem beflügeln.

Der Kanton Thurgau ist vom Austritt von Stadt und Kanton St. Gallen sowie Appenzell Ausserrhoden überrascht worden. Warum wurde der Thurgau nicht über den Schritt informiert?

Das Thurgauer Amt für Kultur wurde Ende Mai schriftlich über unsere Absicht informiert. Unsere Nachbarn wollten sich für den Entscheid aber noch etwas Zeit nehmen, was ich verstehe. (ybu)