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NACHFOLGE: St.Galler Quartierverein steht vor dem Aus - jetzt ruft er per Post um Hilfe

Weil gleich mehrere Vorstandsmitglieder zurücktreten, steht der Quartierverein St. Fiden-Neudorf vor einer ungewissen Zukunft. Insbesondere die Quartierzeitung "Tablättli" ist bedroht. Jetzt sucht der Vorstand mit einem Brief Verstärkung.
Roger Berhalter
Grosses Quartier, grösster Quartierverein: Ein Viertel der Stadtbevölkerung lebt im Gebiet St. Fiden-Neudorf. (Bild: Urs Bucher)

Grosses Quartier, grösster Quartierverein: Ein Viertel der Stadtbevölkerung lebt im Gebiet St. Fiden-Neudorf. (Bild: Urs Bucher)

Roger Berhalter

roger.berhalter@tagblatt.ch

Die Lage ist ernst im Quartierverein St. Fiden-Neudorf. Vier Vorstandsmitglieder wollen bis 2020 zurücktreten. Zwei werden schon an der kommenden Hauptversammlung am 5. März den Vorstand verlassen. Zudem künden der Präsident und der Aktuar bis 2020 ihren Rücktritt an.

Vereinspräsident Bruno Stalder hat sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv bemüht, die personellen Löcher im Vorstand zu stopfen. Bisher ohne Erfolg. "Trotz vieler Aufrufe, wie an der Hauptversammlung, in Inseraten im "Tablättli" und im "St. Galler Tagblatt", ist es uns nicht gelungen, das "Tablättli"-Team oder den Vorstand zu verstärken", heisst es in einem Brief, den Stalder im Namen des Vorstands vergangene Woche an alle 2500 Vereinsmitglieder verschickt hat. Es ist ein Hilferuf. "Ich wollte die Leute bewusst aufschrecken, denn es muss etwas passieren."

In Zukunft weniger Veranstaltungen

Durch die zwei Rücktritte im März sind einerseits die Anlässe des Quartiervereins bedroht. Bisher war Bruno Schnetzer für Veranstaltungen wie den Mai-Anlass, die Kinderbörse oder das Preisjassen verantwortlich. Wenn sich nach seinem Rücktritt kein Nachfolger finde, werde dies zur Folge haben, "dass wir eventuell gewisse Aktivitäten einstellen müssen", heisst es im Brief.

Anderseits steht die Quartierzeitschrift "Tablättli" vor dem Aus. Ursprünglich kümmerte sich ein fünfköpfiges Team um das Blatt, das seit 1995 erscheint, dreimal jährlich und in einer Auflage von 3000 Exemplaren. Dann zählte die Redaktion noch vier Mitglieder, seit zwei Jahren sind es nur noch zwei. Eine davon, Sükran Magro, wird nun im März das Team ebenfalls verlassen, sodass es auf eine Ein-Frau-Redaktion schrumpft. "Eine Person allein kann das Quartierblatt nicht stemmen", sagt Stalder. Wenn sich keine Verstärkung finde, sei es eine Frage der Zeit, bis man das "Tablättli" einstellen müsse. Was er dann den Vereinsmitgliedern sagen müsste, formuliert Stalder in seinem Brief zur Abschreckung so: "Leider muss der Vorstand Ihnen mitteilen, dass unser "Tablättli" im Sommer 2018 das letzte Mal in Druck geht."

Soweit ist es noch nicht, und soweit muss es nicht kommen. Das zeigen St. Georgen und Rotmonten, deren Zeitungen ebenfalls vor dem Aus standen. Der Quartierverein St. Georgen lancierte im vergangenen Jahr einen Hilferuf und fand ein neues Team fürs Quartierblatt. Auch der Quartierverein Rotmonten machte in seiner "Rotmöntler Zytig" einen Aufruf, worauf sich innert weniger Wochen zwei Nachfolger für das Redaktionsteam meldeten. Einen anderen Weg geht der Quartierverein St. Otmar, der 2017 seine Zeitung eingestellt, dafür aber seine Website aufgefrischt hat.

Erste positive Reaktionen gibt es schon

"Manchmal braucht es so einen Hilferuf, damit die Leute merken, dass die Lage ernst ist", sagt Peter Bischof, Quartierbeauftragter der Stadt. Den Brief des Quartiervereins St. Fiden-Neudorf findet er eine gute Idee. Es sei auf jeden Fall einfacher, ein bestehendes Quartierblatt weiterzuführen, als wieder ein neues aufzubauen.

Vereinspräsident Stalder ist zuversichtlich, dass er eine Lösung finden wird. Er habe auf den Brief schon drei Reaktionen von Quartierbewohnern bekommen, die an einer Mitarbeit interessiert seien. "Die Arbeit im Vorstand ist sehr spannend", sagt Stalder. Es herrsche ein guter Teamgeist, man könne viel lernen, und weil man mit der Stadt einen engen Kontakt pflege und in Projekte involviert sei, könne man auch ein Netzwerk aufbauen.

13 Zeitschriften für 25000 Städter

Die Quartiervereine der Stadt drucken und verteilen insgesamt 13 Zeitschriften. Damit erreichen sie zusammen etwa ein Drittel der Bevölkerung oder genauer 25450 Stadtbewohnerinnen und Bewohner. Dies zeigt eine aktuelle Übersicht des städtischen Quartierbeauftragten Peter Bischof. Manche Quartierzeitungen, etwa die "Rotmöntler Zytig", sind fast 100 Seiten dick, bei anderen handelt es sich nur um Informationsblätter, so wie in den Quartieren Tschudiwies-Centrum, Gallusplatz und Notkersegg. Die meisten Quartierblätter erscheinen drei- oder viermal jährlich, die "Quartiernachrichten Lachen" sogar sechsmal pro Jahr. Die auflagenstärkste Zeitschrift ist jene des Einwohnervereins Bruggen: "Üsers Dorf Brogge" wird 5000 Mal gedruckt und an alle Haushalte im Quartier verteilt. (rbe)

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