NACHFOLGE: Ablösung im Wildpark

Walter Signer, langjähriger Parkwärter im Wildpark Peter und Paul, geht in Pension. Neu leitet seine Frau Regula das Wärterteam. Dieses erhält Verstärkung.

Christina Weder
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Bei den Sikahirschen: Anton Hugentobler (Mitte) mit Walter und Regula Signer an seinem ersten Arbeitstag im Wildpark. (Bild: Michel Canonica)

Bei den Sikahirschen: Anton Hugentobler (Mitte) mit Walter und Regula Signer an seinem ersten Arbeitstag im Wildpark. (Bild: Michel Canonica)

Christina Weder

christina.weder@tagblatt.ch

Die Steingeissen haben ihn bereits skeptisch beäugt. Und auch die Gämsen musterten Anton Hugentobler, als er ihnen gestern Morgen das Futter brachte. Die Tiere im Wildpark Peter und Paul müssen sich an ein neues Gesicht gewöhnen. Hugentobler hatte gestern seinen ersten Arbeitstag. Er verstärkt künftig das Wärterteam. Denn Walter Signer, der langjährige Parkwärter, geht in Pension.

Andere Lösung als erwartet

27 Jahre lang hat Walter Signer im Wildpark gearbeitet, 20 Jahre davon als Parkwärter. Bereits im Dezember sind er und seine Frau Regula aus dem Wärterhaus am Rande des Wildparks ausgezogen. Vergangene Woche hatte Walter Signer seinen letzten Arbeitstag. Die Wildparkgesellschaft war schon länger auf der Suche nach einem Nachfolger. Doch diese war schwierig, wie Signer sagt. Nun ist eine Lösung gefunden – wenn auch eine andere als erwartet: Regula Signer, die Frau von Walter Signer, erhöht ihr Pensum und übernimmt bis auf weiteres die Leitung des Wärterteams. Neu angestellt wird Anton Hugentobler. Er beginnt berufsbegleitend eine Ausbildung zum Wildtierpfleger mit eidgenössischem Fachausweis.

«Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung», sagt der 29-Jährige. Seine Frau habe ihm schon vor einem halben Jahr zu einer Blindbewerbung im Wildpark geraten. Kurz darauf sei er auf das Stelleninserat des Wildparks gestossen. Da zögerte er nicht mehr. «Ich musste es einfach versuchen.» Er habe immer viel mit Tieren zu tun gehabt – vor allem mit Pferden, sagt Hugentobler. Er ist auf einem Bauernhof in Lömmenschwil aufgewachsen, hat eine Lehre als Metzger gemacht und danach acht Jahre als Landschaftsgärtner gearbeitet. Bis Ende Mai war er in einer Käserei beschäftigt. Die Lehre zum Tierpfleger kann er in zwei statt drei Jahren absolvieren. Danach wäre er bereit für die Stelle als Parkwärter.

Junge Familie im Wärterhaus

Der bisherige Parkwärter Walter Signer ist glücklich mit der Lösung. Nun könne er sich beruhigt zurücklehnen: «Anton ist der Richtige für die Stelle.» Hugentobler ist vor kurzem mit seiner Frau, der dreijährigen Tochter und dem zweijährigen Sohn ins Wärterhaus gezogen.

An seinem ersten Arbeitsmorgen hat er Gras gemäht, den Felsen im Gehege des Gamsbocks geputzt, ein paar Fragen von Kindergärtlern beantwortet. Und er hat Murmeli, Wildkatzen und Luchse gefüttert. Stets zur Seite stand ihm Regula Signer. «Die Tiere müssen ihn noch kennen lernen», sagt sie. Doch es wird nicht lange dauern und die Tiere werden Hugentoblers Stimme mit dem Futterkübel in Verbindung bringen.