«Nachbeben sind auch in St. Gallen spürbar»

Nachgefragt

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Das Erdbeben am Montagabend dürfte so manch einen erschreckt haben. Im Epizentrum im Glarnerland wurde die Stärke 4,6 auf der Richterskala gemessen. Auch in der Stadt hat es gerumpelt. Jedoch deutlich weniger heftig. Es erreichte eine Intensität von 2, was laut Michèle Marti vom Schweizerischen Erdbebendienst (SED) der ETH Zürich kaum bemerkbar sei.

Im Glarnerland hat das Erdbeben am Montagabend die Stärke 4,6 auf der Richterskala erreicht. Wie stark war es in St. Gallen spürbar?

Das Erdbeben hat nach unseren Aufzeichnungen in der Stadt noch eine Intensität von 2 gehabt, was ‹kaum bemerkbar› entspricht. Vereinzelt haben Personen sicherlich etwas gespürt. Vor allem solche, die nicht in Bewegung waren und in höheren Stockwerken wohnen.

Wird es noch spürbare Nachbeben geben?

In der Regel gibt es immer Nachbeben, die jedoch schwächer sind als das Hauptbeben. Wenn noch einmal ähnlich starke Beben wie das am Montagabend auftreten, könnten diese auch in St. Gallen verspürt werden.

Ab wann wird ein Erdbeben für eine Stadt wie St. Gallen gefährlich?

Eine Intensität von 5 wird als stark bezeichnet. Ein solches Beben kann zu Schäden führen. Mit Gebäudeschäden ist ab der Intensität 6 zu rechnen. Entscheidend ist jedoch auch der eventuelle Verstärkungseffekt im lokalen Untergrund.

Ist St. Gallen denn anfällig für Erdbeben?

Sicherlich gehört das St. Galler Rheintal zu den Gebieten der Schweiz, die ein erhöhtes Erdbebenrisiko aufweisen und wo sich bereits in der Vergangenheit Erdbeben ereignet haben.

Was war das stärkste Erdbeben in der Stadt?

Ausser den Beben durch die Geothermiebohrung sind uns keine bekannt. Die heftigsten Beben im Umkreis von 50 Kilometern waren mit je einer Stärke von 5,1 in den Jahren 1681 und 1771.

Werden Erdbeben in Zukunft zunehmen?

Es ist keine Zunahme von Erdbeben zu beobachten. Jedoch traten starke Erdbeben in der Schweiz in der Vergangenheit auf und werden auch in Zukunft auftreten. (ren)