Nach Weltrekord die Eishochzeit

RORSCHACH. Am Rorschacher Sand-Festival sind sie Rekordsieger. Nun erbauten Edith van de Weterring und Wilfred Stijger in Miami eine 13,97 Meter hohe Sandskulptur – Weltrekord. Nächstes Projekt: Heiraten in der selbstgebauten Kirche aus Eis.

Corina Tobler
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13,97 Meter Sand: Die Rorschacher Seriensieger arbeiteten zwei Wochen an der Rekordskulptur in Miami. (Bild/Modell: Wilfred Stijger)

13,97 Meter Sand: Die Rorschacher Seriensieger arbeiteten zwei Wochen an der Rekordskulptur in Miami. (Bild/Modell: Wilfred Stijger)

Dass Edith van de Weterring und Wilfred Stijger Schlagzeilen machen, ist für das Publikum am Rorschacher Sandskulpturen-Festival mittlerweile selbstverständlich. Das Künstlerpaar aus Holland ist nicht nur alljährlich zu Gast am See, sondern holt sich auch fast alljährlich Auszeichnungen von Jury oder Publikum – zuletzt gewannen die beiden im August einmal mehr den Publikumspreis. Jetzt haben sie sich aber noch höher hinaus gewagt. Am Virginia Key Beach in Miami, Florida, waren sie Teil eines Künstlerteams, das im Auftrag von Turkish Airlines die grösste Sandburg der Welt bauen sollte – und diese Mission erfolgreich beendete. 13 Meter und 97 Zentimeter misst die Skulptur, was Weltrekord und die Aufnahme ins Guinness Buch der Rekorde bedeutet.

Wilfred Stijger und Edith van de Weterring. (Bild: pd)

Wilfred Stijger und Edith van de Weterring. (Bild: pd)

Über 1700 Tonnen Sand

Zum Weltrekord kam das Paar auf Anfrage. «Es war ein tolles Projekt, wir sagten sofort zu. Es dauerte zwei Wochen, die Skulptur zu bauen – eine Woche Vorbereitung, eine Woche Carving. Total haben wir über 1700 Tonnen Sand verbaut», sagt Wilfred Stijger. Zum Vergleich: Die zehn Skulpturen in Rorschach und der öffentliche Sandkasten bringen zusammen um die 250 Tonnen auf die Waage. Die zwölf involvierten Künstler schufen eine Skulptur, die Wahrzeichen wie Kolosseum, Big Ben oder Taj Mahal vereint – ganz im Sinne des Auftraggebers. Anlass für die Skulptur war nämlich die Einweihung neuer Flugverbindungen der Turkish Airlines ab Miami. «Entworfen hat sie Damon Langlois, er ist Kanadier, lebt aber mittlerweile in Holland», so Stijger, der von einer grossartigen Zeit in Florida spricht. Dies, obwohl zu Beginn nicht alles nach Plan lief. «Wir hatten anfangs einige Risse in der Skulptur, das war ein echter Schreckmoment. Wir haben dann etwas Material vom oberen Skulpturende entfernt, um einen Kollaps zu verhindern. Das hat funktioniert – zum Glück.»

Ohne Kälte kein Jawort

Viel Zeit zum Ausruhen und Feiern des Weltrekords bleibt Wilfred Stijger und Edith van de Weterring aber nicht. Das nächste ebenso ausgefallene wie romantische Grossprojekt steht bereits an. «Wir bauen ja im Winter Eisskulpturen und sind seit Jahren auch am Bau des Icehotels in Nordschweden dabei. Dieses Jahr bauen wir dort unsere selbst entworfene Kapelle aus Eis und heiraten darin», erzählt Stijger. 18 Meter lang und 6 Meter hoch wird die Kapelle. «Wir wollte einfach ein bisschen etwas Spezielles, anderes machen. Also fragten wir die Organisatoren des Icehotels vor einem Jahr an, ob wir die diesjährige Kapelle bauen dürften, reichten die Projektskizze inklusive Hochzeitsidee ein und sie sagten sofort zu.» Nun muss also nur noch das Paar Ja sagen. «Werden wir, es sei denn, wir streiten beim Erbauen der Kirche zu viel», sagt Stijger und fügt augenzwinkernd an, falls die Hochzeit vor lauter Streit platze, würden sie eine Bar bauen und darauf anstossen.

Im Moment steht dem Jawort am 21. Dezember aber einzig Petrus im Weg. Daher auch der unkonventionelle Wunsch zur Hochzeit: «Hoffentlich sinkt die Temperatur in Jukkasjärvi bald auf höchstens minus 15 Grad.»

Diese Kapelle, 18 Meter lang und 6 Meter breit, baut das Brautpaar im nordschwedischen Jukkasjärvi. (Bild/Modell: Wilfred Stijger)

Diese Kapelle, 18 Meter lang und 6 Meter breit, baut das Brautpaar im nordschwedischen Jukkasjärvi. (Bild/Modell: Wilfred Stijger)