Nach uns wird es weitergehen

Für ein einladendes Dorfzentrum Ausgabe vom 21. Dezember 2015 Infrastruktur für Camp kostenlos Ausgabe vom 27. November 2015

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Die Goldacher Gemeindeverantwortlichen scheinen sich zu einem Club von Anthropozentrikern zu entwickeln. Das sind Leute, die ihre alleinige Meinung unter allen Umständen durchsetzen wollen, weil sie sich für allein wissend halten.

Ohne finanzielle Not will der Gemeinderat die letzte Baulandreserve im Sonnental teuer verkaufen, den Erlös voll für seine heutigen Verkehrs- und Gestaltungspläne ausgeben, anstatt für Schuldentilgung zu verwenden. Das ist leichtfertiger, verantwortungsloser Vermögensverzehr in zweistelliger Millionenhöhe. Auf gleiche Weise wurde seinerzeit der Saurer-Untergang eingeleitet. Wo bleiben die Anliegen der künftigen Generationen?

Viele (wie viele?) unserer Steuerbatzen werden schon im voraus selbstherrlich für ein wahres Werbetrommelfeuer ausgegeben, mit der Absicht, uns damit weich zu kochen. Das veröffentlichte, in der optischen Perspektive klar verfälschte Dorfbild – mit flanierenden Fussgängern in einer Weitwinkelzone, aber mit völlig der Realität widersprechenden blossen zwei Autos – soll uns offensichtlich für dumm verkaufen. Dessen Bezeichnung mit «Visualisierung Gemeinde Goldach» ist zudem unlauter, denn unsere Gemeindeverwaltung braucht und hat keine Werbegrafiker. Solche Kreationen sind geschütztes geistiges Eigentum ihrer Verfasser.

Dieses Vorgehen ist ein weiterer Beweis dafür, dass wichtige Entscheidungen nicht an der längst überholten Bürgerversammlung, sondern an der Urne zu treffen sind. Oder will man absichtlich uns zwar noch stimmfähigen Alten eine Mitsprache verunmöglichen, weil wir nicht mehr an langen Versammlungsabenden teilnehmen können oder wollen?

An der nächsten Versammlung möchte man ja sogar mit blossen drei bis vier Prozent der Stimmberechtigten missbräuchlich unser Einverständnis zur allfälligen Enteignung unserer Ortsbürgergemeinde einholen. Wir Bürgerinnen und Bürger wollen keinen solchen Streit. Ist denn der Gemeinderat von allen guten Geistern verlassen, vergisst er, dass jetzt mit der Planung für den weiteren Ausbau der Alterssiedlung im Mühlegut begonnen werden muss? Die 15 Millionen für den Umbau des La Vita haben ja nur sechs zusätzliche Zimmer gebracht, und die Probleme mit der Entwicklung der Alterspyramide und der Verdoppelung der Alzheimer-Betroffenen gehen voll weiter.

Gefragt ist jetzt Vernunft, die nein sagt zum Vermögensverzehr, zum Streit. Wenn nicht unsere Gemeindebehörde rechtzeitig und gleichwertig an alle Belange der Zukunft denkt, sollten wir das tun.

Ruedi T. Sonderegger Goldermühlestrasse 9

9403 Goldach

Erinnern Sie sich an den Ferienpass?

Immer nach den Sommerferien wurden wir Trainer angefragt, wer in den Herbstferien den Kindern von Goldach und Umgebung das Volleyballspiel gluschtig machen wolle. Jedes Jahr wurden bei uns und in vielen anderen Vereinen und Institutionen Freiwillige gefunden, und so kamen über 300 Angebote zustande, die die Kinder gerne nutzten. Schade, gibt es diesen Ferienpass nicht mehr.

Dafür gibt es jetzt die Move-ya-Camps, organisiert durch den Verein shortbeat in Zusammenarbeit mit ms sports, einer professionellen Sportagentur mit 220 Mitarbeitenden aus Emmenbrücke. Trainingsleiter sind Freelancer, die gemäss Stellenbeschrieb coole, motivierte Persönlichkeiten sein müssen und die zeitgemäss entlöhnt werden. Die Kinder zahlen 150 Franken für die Camps, wohl das Doppelte eines Jahresbeitrags eines Vereins! Für Kinder bedürftiger Eltern sorgt ein angeschlossener Verein für angepasste Beiträge. Move-ya ist eine Firma, welche CDs, Downloads und DVDs mit Fitness- und Aerobic-Music vertreibt.

So weit, so gut! Warum aber wird diesem kommerziell ausgerichteten Organisator die Infrastruktur gratis zur Verfügung gestellt? Genügt da, dass ein Goldacher Verein gegründet und vorgeschoben wird, den man auf der Gemeindehomepage nicht findet und von dem man nur weiss, dass zwei Parteikollegen des Gemeindepräsidenten dahinterstehen? Ich finde es sehr gut, wie die Gemeinde ihre Vereine unterstützt und damit das ehrenamtliche Engagement honoriert. In diesem Fall kann ich es aber nicht verstehen, im Wissen, dass andere nicht vereinsmässig organisierte oder nicht in Goldach ansässige Vereine oder Institutionen von einer solchen Grosszügigkeit nicht profitieren können.

Bruno Zürcher, Ehrenmitglied Volley Goldach, Klosterstrasse 17

9403 Goldach.

Demokratisches Bäumlis(ge)torkel

In der Stadt Rorschach kursiert derzeit ein Flyer eines Unterstützer-Komitees zur Strassenunterführung Bäumlistorkelplatz mit den Logos namhafter Gewerbeverbände und diverser politischer Parteien. Die SP Rorschach Stadt am See ist darauf nicht vertreten und wurde auch nicht angefragt.

Zu diesem Vorhaben liegen weder Gutachten vor, noch ist ein Abstimmungstermin anberaumt. Es ist deshalb schon erstaunlich, dass alle diese Gruppierungen und Parteien schon ihre Parole gefasst haben.

Offensichtlich soll hier ein Jahrzehnteprojekt im Eiltempo möglichst ohne Bürgerbeteiligung durchgepeitscht werden.

Diese Vorgehensweise widerspricht elementar dem Demokratieverständnis der SP Rorschach Stadt am See. Im Gegensatz zu den auf dem Flyer mit Logo aufgeführten Parteien werden wir jegliche parteiliche Mitwirkung an einem Projekt für die Stadt dieser Grössenordnung und Relevanz durch eine Mitgliederversammlung legitimieren lassen und zu gegebenem Zeitpunkt alle Interessierten zu einem öffentlichen Informationsanlass mit Fachleuten herzlich einladen.

Joachim Hester, Mitglied Vorstand der SP Rorschach Stadt am See, Signalstrasse 48

9400 Rorschach

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