Nach fünf Jahren folgt das abrupte Ende

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Nach fünf Jahren ist vorerst Schluss mit Livemusik auf Dreilinden. Die Veranstalter des Weihern-Festivals haben sich entschieden, es in diesem Jahr in der Grabenhalle durchzuführen. Allerdings nicht ganz freiwillig: Nach langen Verhandlungen mit den Behörden und wiederholten Verzögerungen werfen sie den Bettel hin. Auch deshalb, weil ihnen die Zeit davonlief. Denn sie mussten den Künstlern zusagen, bevor noch weitere abspringen.

Die Verzögerungen haben auch mit den Ereignissen vom vergangenen Jahr zu tun. Damals war die Stadtpolizei aufgrund von Lärmklagen ausgerückt und hatte den Veranstaltern mit dem Abbruch des Festivals gedroht, obwohl sie sich an sämtliche Auflagen bezüglich des Lärmschutzes gehalten hatten. Gemäss Mitteilung der Veranstalter habe es sich um acht Lärmklagen gehandelt. «Wir können schlicht nicht garantieren, dass es dieses Jahr nicht weniger werden. Denn das liegt nicht in unserer Macht», sagt «Festivalvater» Dario Aemisegger.

Von «Weihern Unplugged» zum Weihern-Festival

Die erste Austragung des Weihern-Festivals findet 2012 statt, damals
noch unter dem Namen «Weihern Unplugged». Es ist quasi die Schwesterveranstaltung des «Lakeside Unplugged» in der Badhütte Rorschach, das unter dem neuen Namen «Promenaden-Festival» bis 2015 durchgeführt wurde. Die Konzerte des ersten «Weihern Unplugged» finden im Holzgebäude der Frauenbadi statt. Die Premiere dauert zwei Tage, es treten vier Schweizer Künstler auf. Bereits 2013 wächst das «Weihern Unplugged». Auf der Wiese des Familienbads wird eine zweite Bühne aufgebaut und das Festival um einen Tag auf insgesamt drei Tage verlängert.

2014 wird das «Weihern Unplugged» nun auch lauter: Statt maximal 93 Dezibel wie in den Vorjahren werden zwei Konzerte mit 96 Dezibel bewilligt. Ausserdem gibt das Alkoholverbot, das seit den Anfangstagen gilt, zu reden: Da sich viele Besucherinnen und Besucher in den umliegenden Gastrobetrieben mit alkoholischen Getränken eindecken oder diese von zu Hause mitbringen, verlangen die Veranstalter pro Becher, der aufs Gelände genommen wird, einen «Entsorgungsfranken».

Nur noch im Familienbad

Im folgenden Jahr fällt schliesslich das Alkoholverbot. Aufgrund des damit verbundenen neuen Sicherheitskonzepts finden in der Holzhütte der Frauenbadi keine Konzerte mehr statt. Das gesamte Festivalgelände ist nun im Familienbad. Beim Auftritt von James Gruntz ist das Festival erstmals ausverkauft.

2016 findet das Weihern-Festival erstmals ohne den Zusatz «Unplugged» statt. Die Zahl der auftretenden Künstler und Bands steigt auf 17 – so viele wie nie zuvor. Wie viele es dieses Jahr unter den neuen Voraussetzungen sein werden, geben die Veranstalter heute bekannt. (dag)

www.weihern.ch