Nach der Wahl ist vor der Wahl

Gewählt ist von den neuen Kandidierenden für den Stadtrat noch keiner. Die CVP-Kandidatin, die beiden SPler sowie der parteilose Markus Buschor haben alle zwischen 7000 und 8000 Stimmen geholt. Der SVP-Kandidat liegt weit zurück.

Malolo Kessler/Odilia Hiller
Drucken
Ruedi Blumer (SP, 7295 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Ruedi Blumer (SP, 7295 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Das habe sie nicht erwartet – «ehrlich gesagt». Patrizia Adam (CVP) holte bei den Stadtratswahlen bei einem absoluten Mehr von 9318 Stimmen deren 7791. Damit schnitt sie von allen sechs neu Kandidierenden am besten ab. «Ich bin selbstverständlich total zufrieden», sagte sie kurz nach der Bekanntgabe der Resultate. «Mir ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.» Ob sie beim zweiten Wahlgang am 25. November nochmals antritt, steht noch nicht definitiv fest. Sie werde mit der Partei Rücksprache halten. «Ich gehe aber davon aus, dass wir es nochmals gemeinsam anpacken.»

Gelüste auf zweiten Wahlgang

Mindestens ebenso erfreut zeigte sich SP-Kandidat Ruedi Blumer. Mit 7295 Stimmen sicherte er sich das zweitbeste Resultat der neuen Kandidierenden. Er habe damit gerechnet, dass er «in der oberen Hälfte abschneiden» werde. Nicht aber damit, dass er so weit vorne lande. Wer für den zweiten Wahlgang kandidiere, entscheide sich in den nächsten Tagen. Ob seine Partei wieder mit einem Zweierticket komme, sei offen. «Berücksichtigt man die Resultate im Stadtparlament, haben wir meiner Meinung nach Anspruch auf zwei Sitze.» Daher hielte er persönlich ein erneutes Zweierticket für sinnvoll.

Der Drittplazierte der «Neuen», der parteilose Markus Buschor, war offensichtlich glücklich über seine 7065 Stimmen. Mit nur 230 Stimmen Rückstand auf Blumer und 61 Stimmen Vorsprung auf Sylvia Huber, die zweite SP-Kandidatin, liegt er mit den linken Kandidierenden gleichauf. In seiner ersten Reaktion dankte er seinen Wählern für ihr Vertrauen. «Ich denke, ich darf zufrieden sein.» Er könne aber nicht sagen, dass er stolz sei. «Das Ziel habe ich nicht erreicht.»

Daraus liesse sich lesen, dass Buschor zumindest an den zweiten Wahlgang denkt. Darauf festlegen wollte er sich gestern noch nicht: «Ich muss zuerst darüber schlafen. Fragen Sie mich am Dienstag wieder.» Für ihn habe sich sein Antreten bei den Stadtratswahlen auf jeden Fall bereits gelohnt – «nicht nur wegen der Stimmenzahl». Gerechnet habe er von Anfang an mit allem, auch mit einem «Abschiffer». Welcher nicht eingetreten ist.

Keine «Riesengümp» bei der SVP

Auch SP-Kandidatin Sylvia Hubers Gesicht leuchtete gestern im Waaghaus vor Freude über ihre 7004 erzielten Stimmen. «Ja, ich bin glücklich darüber.» Wie es weitergehe, entscheide die Partei. Der vierte Platz bei den neuen Kandidierenden für den Stadtrat sei alles andere als enttäuschend. «Vor allem angesichts der Tatsache, dass wir ersten vier so nahe beieinander liegen.» Immerhin habe sie am Anfang ihrer Kandidatur viel Kritik einstecken müssen. Angesichts dessen sei sie stolz und freue sich über das Resultat.

Ob seines Abschneidens nicht gerade «Riesengümp» machte Markus Straub, Kandidat der SVP. Er machte mit 5087 Stimmen das zweitschlechteste Resultat. «Wir hatten eine schwierige Ausgangslage», sagte er. Das angeschlagene Image der SVP in der Gesamtschweiz habe wohl einen Einfluss auf die Resultate der Stadtrats- und Stadtparlamentswahlen gehabt. «Nun müssen wir schauen, wie es weitergeht.» Er werde bei einem zweiten Wahlgang Patrizia Adam unterstützen. «Ziel ist, zwei SP-Sitze im Stadtrat zu verhindern.» Zudem halte er es für «bedenklich, dass ein Parteiloser, der an Podien oft den Clown gemacht hat», so gut abschneide. Straub deutete an, dass die SVP «Material» gegen Markus Buschor in der Hinterhand habe, das demnächst publik gemacht werde.

Hostettler bleibt abgeschlagen

Sollte der Ex-SVPler Christian Hostettler, der als Fast-Einzelmaske für die UVP (Unabhängige Volkspartei) kandidierte, über seine 1040 Stimmen enttäuscht gewesen sein, liess er es sich jedenfalls nicht anmerken. Von seiner Kandidatur habe er sich nicht zuletzt etwas mehr Popularität für die noch zu gründende UVP erhofft. Diese hat den Einzug ins Stadtparlament aber ebenfalls verpasst.

Markus Buschor (parteilos, 7065 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Markus Buschor (parteilos, 7065 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Sylvia Huber (SP, 7004 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Sylvia Huber (SP, 7004 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Von den neuen Stadtratskandidaten am besten abgeschnitten: Patrizia Adam (CVP, 7791 Stimmen). (Bilder: Michel Canonica)

Von den neuen Stadtratskandidaten am besten abgeschnitten: Patrizia Adam (CVP, 7791 Stimmen). (Bilder: Michel Canonica)

Christian Hostettler (UVP, 1040 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Christian Hostettler (UVP, 1040 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Markus Straub (SVP, 5087 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)

Markus Straub (SVP, 5087 Stimmen). (Bild: Michel Canonica)