Nach der 30er-Zone gibt’s ein «Gschenkli» gratis

Fahrzeuglenker müssen sich in Rorschach nicht nur wegen der Barrieren gedulden, die mehr zu als offen sind. Seit Monaten wird auf städtischen Strassen gebaut, sind Fahrbahnen nur einseitig zu benützen oder gesperrt.

Rudolf Hirtl
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Der «Radar», das Geschwindigkeitsmessgerät, auf der Promenadenstrasse in Rorschach, wo Tempo 50 erlaubt ist. (Bild: Franca Hess)

Der «Radar», das Geschwindigkeitsmessgerät, auf der Promenadenstrasse in Rorschach, wo Tempo 50 erlaubt ist. (Bild: Franca Hess)

Fahrzeuglenker müssen sich in Rorschach nicht nur wegen der Barrieren gedulden, die mehr zu als offen sind. Seit Monaten wird auf städtischen Strassen gebaut, sind Fahrbahnen nur einseitig zu benützen oder gesperrt. Ampeln und Umleitungen sind die Folge. Aktuell ist ein Teil der Wachsbleichestrasse wegen Umgestaltungsarbeiten gesperrt. Wer die Stadtteile über dem Hauptbahnhof erreichen will, wird daher durch die 30er-Zone auf der Promenadenstrasse gelotst.

 

Wer die mit geparkten Autos und verkehrsentschleunigenden Hindernissen gespickte Strasse hinter sich gebracht hat, der tut gut daran, seine Erleichterung nicht mit einem erhöhten Druck aufs Gaspedal auszuleben. Ansonsten läuft er Gefahr, ein «Weihnachtsgeschenk» von der Kantonspolizei St. Gallen zu erhalten. Denn nur knappe 200 Meter nach der 30er-Zone steht es. Das Geschwindigkeitsmessgerät. Im Volksmund kurz und bündig auch Radar genannt. Unscheinbar unter einem Baum, bergseitig an der breiten Strasse. Etwa um einen Unfallschwerpunkt, oder gar eine Raserstrecke zu entschärfen? Der Standpunkt zumindest lässt vielmehr vermuten, dass hier in erster Linie Geld verdient werden soll. Was allerdings laut Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, nicht der Fall ist. «An dieser Stelle wird regelmässig zu schnell gefahren. In den wenigen Tagen, seit gemessen wird, haben wir bereits einen Temposünder aus dem Verkehr gezogen, der mit 74 Stundenkilometern unterwegs war.» Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller hat grundsätzlich keine Mühe damit, wenn Strassen mit Hilfe von Radargeräten beruhigt werden. Allerdings bezeichnet er Zeitpunkt und Standort des Gerätes als «zumindest speziell».

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch