Nach dem Sittertobel am Bahngleis

Momentaufnahme

Res Lerch
Drucken
Teilen

Das St. Galler Open Air ist Geschichte, aber die Open-Air-Saison nimmt erst langsam Fahrt auf. Beschaulicher als im Sittertobel wird es am kommenden Samstag im Buriet zu und her gehen. «Rock am Gleis» ist angesagt und führt dazu, dass Marcel Dörig als OK-Präsident zusammen mit seinen rund 50 Helfenden einen mehr oder weniger stressigen Tag vor sich haben. «Es ist jetzt die vierte Aufführung und einzelne Arbeitsabläufe sind bereits bekannt. Wir sind guter Dinge und auch die Wetterpro­gnosen stimmen uns zuversichtlich», freut sich Marcel Dörig.

Allein die Geschichte, wie es vor vier Jahren zu diesem Open Air gekommen ist, ist spannend. «Wir waren an einem Fest, und an dem hat so ziemlich vieles einfach nicht gestimmt. Wir sagten damals, dass wir so etwas sicher besser organisieren könnten, und haben indirekt mit dieser Aussage unser ‹Rock am Gleis› aus den Angeln gehoben», scherzt Dörig. Und das Engagement scheint sich zu lohnen. «In den ersten drei Durchführungen konnten wir die Besucherzahl verdoppeln.»

Doch so einfach ist es auch wieder nicht, auch ein kleines Open Air zu betreiben. Marcel Dörig spielen viele Faktoren in die Hände. «Mein Vater und ich haben ein Geschäft für Unterlagsböden und ich darf das Firmengelände und Teile der Infrastruktur für diesen Anlass benutzen, und vor allem der lange Kontakt zur Band Woodbridge und deren Management sind eine grosse Hilfe bei den langwierigen Vorbereitungen.» Und er freut sich, dass sein OK in der Person von Beat Flückiger einen Festwirt vor Ort hat, der einen der wichtigeren Teile des Anlasses im Griff hat. «Rock am Gleis» ist eines von vielen kleinen Open Airs in der Region. «Wir stehen mit den einzelnen Veranstaltern in einem regen Kontakt und laden uns auch gegenseitig zu den jeweiligen Anlässen ein. Dieser Austausch tut allen gut, denn die kleinen Festivals sind vor allem für die regionalen und weniger bekannten Bands eine wichtige Plattform. Für diese ist es wichtig, ihre Musik unters Volk zu bringen und vor Publikum aufspielen zu können», so Dörig. Es erstaunt deshalb auch nicht, dass die ganz grossen Namen der Musikszene auf solchen Open Airs nicht zu finden sind. «Aber bei uns hört man, was die Region musikalisch zu bieten hat. Und eine kleine Anlehnung an die grossen Namen haben wir trotzdem gefunden. Bei uns tritt am Samstagabend als Schlussact die Guns’n’Roses Tribute Band aus Ungarn auf. Und diese werden gefordert sein, denn vor ihnen spielen Woodbridge aus Rhein­eck.» Das «Rock am Gleis» öffnet am Samstag um 15 Uhr die Pforten, ab 16 Uhr sind die Konzerte zu hören. Insgesamt sind sieben Auftritte angesagt. Und mittendrin Marcel Dörig und seine vielen Helfenden, ohne diese so ein Anlass gar nicht zu stemmen wäre. «Es sind die gleichen Idealisten wie ich. Wir wollen ein familiäres Open Air und vor allem Spass und guten Livesound. Und das alles bei freiem Eintritt und trotzdem fairen Preisen in der Gastronomie.»

Res Lerch