«Mutig in Zukunft investieren»

Hochwasserschutz und Gemeindehaus: Das sind zwei Themen, die den Andwiler Gemeinderat in diesem Jahr beschäftigen werden. An den Bächen kann die Arbeit vor Ort beginnen, für das Gemeindehaus beginnt die Planung.

Marianne Bargagna
Drucken
Teilen
Im Andwiler Gemeindehaus ist es eng geworden. Der Gemeinderat schmiedet erste Pläne, wie die Raumnot behoben werden könnte. (Bild: Urs Jaudas)

Im Andwiler Gemeindehaus ist es eng geworden. Der Gemeinderat schmiedet erste Pläne, wie die Raumnot behoben werden könnte. (Bild: Urs Jaudas)

andwil. Etwas abseits vom Dorfzentrum steht das in den 1970er-Jahren erbaute Gemeindehaus an der Lätschenstrasse. Seit einem Jahr geht hier Dominik Gemperli als Gemeindepräsident ein und aus. Er kennt die Raumverhältnisse. Sie seien eng. Und nicht behindertengerecht. Im Gemeinderat sei schon darüber diskutiert worden, wie diese nicht erfreulichen Umstände behoben werden könnten.

«Wir können die Angelegenheit nicht auf die lange Bank schieben», sagt Gemperli und fügt an: «Wir hoffen, dass wir noch in dieser Legislaturperiode um einen Projektierungskredit, idealerweise um einen Baukredit nachsuchen können. Wir müssen den Mut haben, in die Zukunft, in die Infrastruktur zu investieren.» Denn: «Als moderne, aufstrebende Gemeinde müssen wir uns weiterbewegen.» Auch wolle Andwil längerfristig eine eigenständige Gemeinde bleiben.

Umbau oder Neubau?

Es ist kein Prunkbau, das Andwiler Gemeindehaus. Im Erdgeschoss und im ersten Stock sind die Büros für die elf Mitarbeitenden untergebracht. Darüber wurde damals eine Wohnung eingebaut. Es gibt keine Schalterhalle. Und wenn der kantonale Steuerkommissär kommt, etwa ein- bis zweimal pro Monat, nimmt er das Sitzungszimmer in Beschlag. Folge davon: In dieser Zeit steht den Behörden und der Verwaltung kein Sitzungszimmer zur Verfügung. Könnten in der Wohnung nicht Büros eingerichtet werden? Gemperli schüttelt den Kopf.

Die seit einiger Zeit leerstehende Wohnung eigne sich wohl als Lagerraum, das habe sich nach dem Brand im Büro des Grundbuchverwalters gezeigt. Aber als Arbeitsräume eigne sich die Wohnung nicht, sagt Gemperli. Es seien zwar Überlegungen gemacht worden, ob die Wohnung umgebaut werden könnte. Das Fazit: «Es würde nichts Gutes geben und viel Geld kosten.» Für Gemperli ist klar: Die Sache mit dem Gemeindehaus muss ganzheitlich abgeklärt werden. Das bedeute, dass auch die Frage des Standortes kein Tabu sei.

Bäche offenlegen

Standortfragen gab es bei der Projektierung der Bachsanierungen keine zu klären. Denn die Natur hat die Wege vorgezeichnet. Und diese Wege oder eben Bachläufe sollen nun wieder offengelegt werden, denn sowohl der Arneggerbach wie auch der Loobach sind heute im Siedlungs- und angrenzenden Landwirtschaftsraum fast vollständig eingedolt. Ein sinnvoller und langfristig gesicherter Ausbau des Arnegger- und des Loobaches ist das Ziel der Bachsanierung. Daran wird seit langer einiger Zeit gearbeitet.

Im 2001 haben die Stimmberechtigten den Gemeinderat beauftragt, den Hochwasserschutz sicherzustellen.

Die Arbeiten seien vergeben, Baubeginn sei Anfang Februar, spätestens im Frühjahr, sagt Gemperli. Damit beginnt die letzte Phase einer langen Zeit der Planung und eine etwa zweijährige Bauzeit. Gemperli hofft, dass die Arbeiten bis Ende 2011 fertig sein werden.

Dabei gebe es einige heikle Stellen zu bewältigen, zum Beispiel die Durchlässe Arneggerstrasse und Geretschwilerstrasse. Doch Gemperli ist zuversichtlich. «Es gibt eine gute Sache.» Einerseits sei dann der Hochwasserschutz gewährleistet, anderseits erfahre auch das Dorfbild eine ökologische Aufwertung. Diese Aufwertung wird total etwa viereinhalb Millionen Franken kosten.

Nach Abzug aller Subventionen und Beiträge verbleiben für die Gemeinde noch Kosten von 1,8 Millionen Franken.

Land einzonen

Die Bachsanierung ist auch für die bauliche Entwicklung der Gemeinde von Bedeutung. Denn im Bereich des Loobaches gibt es eingezontes Land, das nach Aussage von Dominik Gemperli in absehbarer Zeit überbaut werden soll. Weiteres Land soll eingezont werden.

Zwar gebe es noch Bauland für das angestrebte Bevölkerungswachstum von bis anderthalb Prozent im Jahr. Aber Land für Einfamilienhäuser sei eher rar. «Das Grundbuchamt bekommt fast täglich entsprechende Anfragen.» Leider müssten diese immer wieder abschlägig beantwortet werden.

Aktuelle Nachrichten