Mut beweisen und Talente fördern

Eine Hängebrücke, die zwei Kantone verbindet, ein Buch über die Talente der Wittenbacher, ein Haus der alten Seelen mitten in Waldkirch: Beim Wettbewerb der St. Galler Kantonalbank gingen ungewöhnliche Ideen aus der Region ein.

Corinne Allenspach
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Eine Hängebrücke als Wegverbindung zwischen Grub SG und Grub AR: Das ist eine von 330 Ideen beim Projektwettbewerb zum 150jährigen Bestehen der St. Galler Kantonalbank. (Bild: pd/St. Galler Kantonalbank)

Eine Hängebrücke als Wegverbindung zwischen Grub SG und Grub AR: Das ist eine von 330 Ideen beim Projektwettbewerb zum 150jährigen Bestehen der St. Galler Kantonalbank. (Bild: pd/St. Galler Kantonalbank)

Brücken verbinden. In diesem Fall zwei Gemeinden und zwei Kantone. Eggersriet-Grub SG und Grub AR. Bis zu 150 Meter lang und 20 Meter hoch soll die Hängebrücke über den Mattenbach führen. Wegen der steilen Uferböschungen und des tiefen Tobels wäre der Weg über die Brücke hoch oben durch die Baumwipfel eine Attraktion für die ganze Region und eine kleine Mutprobe. Das schwebt dem Eggersrieter Gemeindepräsidenten Roger Hochreutener vor, der das Projekt initiiert hat. Belohnt würden die Wanderer mit einer schönen Aussicht in «ein wildromantisches Biotop im schattigen Wald». Entstanden ist die Idee, weil die heutige Wegverbindung über den Mattenbach wegen Unwettern fast jährlich unterbrochen wird und wieder instand gestellt werden muss.

Jeder Mensch ist wertvoll

Die Hängebrücke ist eines von rund 330 Projekten, die für den Wettbewerb «150 Jahre St. Galler Kantonalbank» eingereicht wurden (siehe Kasten). Darunter sind auffallend viele überraschende Ideen, auch aus den Gemeinden rund um St. Gallen.

Optisch dürfte die Hängebrücke das spektakulärste Projekt sein. Ums Sichtbarmachen geht es aber auch beim Projekt der Wittenbacherin Marion Rogalla. Die Dozentin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen geht vom Gedanken aus, dass jeder Mensch wertvoll ist. So sollen ab Herbst unter dem Titel «sichtBar: Wittenbach zeigt seine Gesichter!» Talente und Stärken verschiedener Menschen gefördert und sichtbar gemacht werden.

Buch über Vielfalt der Menschen

Eine Zielgruppe sind gemäss Marion Rogalla die Flüchtlinge. Man wolle sich aber nicht auf sie beschränken, sondern beispielsweise auch Begabungen bei Schülern fördern. Das Projekt soll zusammen mit den Kirchgemeinden, der Gruppe Integration, der Primarschule und allenfalls mit Studierenden der PHSG realisiert werden. Geplant ist zudem ein Schlussanlass und ein Buch mit Geschichten, welche die Vielfalt der Menschen zeigen. Umgesetzt werden könne das Projekt aber nur mit finanzieller Unterstützung der Kantonalbank, sagt Rogalla.

Einen Zustupf hätte auch die Pfadi Peter und Paul gern. Das geplante Pfadiheim in Wittenbach kostet voraussichtlich gut eine Million Franken (Tagblatt vom 6. Mai). Wobei die Pfadfinder den Grossteil des Geldes selber beschaffen müssen. Über Spenden finanziert sich auch das von der Jungen Wirtschaftskammer St. Gallen lancierte Projekt «1 Stück Glück». Ziel ist eine integrative Kindertagesstätte «Peter Pan» für Kinder mit und ohne Behinderung in der Stiftung Kronbühl (Ostschweiz am Sonntag vom 10. Januar).

Glühwürmli bis Skimboarden

Die Liste der eingereichten Projekte aus den Gemeinden der Region lässt sich weiterführen. Nachfolgend einige Beispiele: Im Pfadiheim Hinterberg in Andwil sollen eine neue Küche eingebaut und die Feuerstelle saniert werden. Im Schloss Wartegg in Rorschacherberg ist ein Glühwürmchen-Spazierweg geplant, der Quartierverein Hirschberg in Gossau möchte mit einem Quartier-Garten die Umgebung begrünen, ebenfalls in Gossau soll ein Skimboard-Park entstehen. Skimboarden ist ein Wassersport, der idealerweise am Meer ausgeübt wird, für den aber auch eine grosse Pfütze reiche, wie es in der Beschreibung der Idee heisst.

Der Ostschweizerische Blindenfürsorgeverein Obvita plant ein «Erlebnis Dunkelheit». Ziel ist es, einen Begegnungsraum für Sehende und Nicht-Sehende zu schaffen. Und mitten im Waldkircher Dorfzentrum soll ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert zu einem architektonischen Blickfang werden. Das Projekt steht unter dem Titel «Haus der alten Seelen».

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