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Muss die Politik den FCSG retten?

ST.GALLEN. Der FC St. Gallen und seine Betriebs AG sind finanziell angeschlagen. Jetzt laufen Gespräche zwischen den drei Stadion-Aktiengesellschaften, Stadt und Kanton St. Gallen sowie Banken. Noch im August sollen Entscheide vorliegen.
Marcel Elsener
Baustelle FC St. Gallen: Zwar ist das neue Stadion – hier vor der Eröffnung 2008 – längst gebaut, doch die Finanzen bleiben eine Baustelle. (Archivbild: Ralph Ribi)

Baustelle FC St. Gallen: Zwar ist das neue Stadion – hier vor der Eröffnung 2008 – längst gebaut, doch die Finanzen bleiben eine Baustelle. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die sportliche und finanzielle Misere des FC St. Gallen erregt nicht nur die Fans an den handfesten oder virtuellen Stammtischen, sie dürfte demnächst auch zum Politikum werden: In den vergangenen Tagen machte das Gerücht von einem «Rettungspaket bisher nicht gekannten Ausmasses» die Runde.

Nun ist bekannt, dass Gespräche laufen zwischen Vertretern der Aktiengesellschaften FC St. Gallen und Betriebs AG AFG Arena, der Stadt und des Kantons St. Gallen sowie der Banken. Dies bestätigte Urs Weishaupt, Mediensprecher der Stadt St.Gallen, gestern gegenüber dem Blog «Nation of Swine» des WOZ-Journalisten und Fussballbuchautors Daniel Ryser. In welchem Umfang und unter welchen Bedingungen die öffentliche Hand der Betriebs AG unter die Arme greifen könnte, wollte noch niemand sagen. «Aus Gesprächen Gerüchte abzuleiten, wäre Kaffeesatzlesen», sagt Weishaupt im Blog.

Ende August spruchreif

Wohl geht es um mehr als nur um die Frage der ausstehenden Rechnungen von Polizei und städtischen Verkehrsbetrieben von rund einer halben Million Franken. Mit wie vielen Millionen engagieren sich Stadt und Kanton? Übernehmen sie allenfalls die Betriebs AG oder helfen sie, eine Auffanggesellschaft im Sinne der früheren Stadiongenossenschaft Espenmoos mitzutragen? Auf solche Fragen heisst es rundum nur «noch nicht spruchreif». Doch soll gemäss Vertretern des Kantons und des FCSG über den Inhalt der Gespräche «noch im August» informiert werden.

Wie bei der Stadt ist auch beim Kanton die Hilfestellung für die FC-Finanzen Chefsache und damit jene von Regierungspräsident Willi Haag. Sobald eine entsprechende Parlamentsvorlage erarbeitet sei und die Regierung diese verabschiedet habe, würden der Kantonsrat und die Öffentlichkeit informiert. «Wir sind zur Transparenz verpflichtet», sagt David Hugi, Kommunikationsverantwortlicher des Baudepartements. Und: Die Vorlage dürfte «mit grosser Wahrscheinlichkeit noch in diesem Herbst» vorgelegt werden.

«Verschiedene Projekte»

So es denn nicht eine andere Lösung gibt. Denn laut Markus Scherrer, neuer Kommunikationschef des FC und der AFG Arena, ist die Parlamentsvorlage «eines von verschiedenen Projekten in Arbeit». Ohne konkret zu werden, deutet Scherrer an, dass man auch «im Gespräch mit neuen Investoren» sei und damit allenfalls ohne Unterstützung der öffentlichen Hand auskomme.

Inwieweit eine oder mehrere Banken in die Bresche springen, bleibt Spekulation. Der Mediensprecher der St. Galler Kantonalbank, Simon Netzle, darf «zu möglichen oder tatsächlichen Kundenbeziehungen der Bank nichts sagen». Immerhin betont er, dass sich am Engagement der SGKB als Hauptsponsor, Nachwuchsförderer und Logenmieter bis 2014 nichts ändere, «unabhängig vom Erfolg des Clubs und seiner Ligazugehörigkeit».

Jährlich 1,2 Millionen an Bank

Vorläufig bleibt der Öffentlichkeit mit Blick auf den «FC-Zahlen-Dschungel», wo die Gelder auf rätselhafte Weise versickern (Ausgabe vom 9. Juli), wohl nur das «Kaffeesatzlesen». Wie schlecht es wirklich um die FCSG-Finanzen stehe, das fragt sich unter dem Titel «Bye-Bye BAG» im «Ostblog» von «Saiten» auch der NZZ-Fussballkorrespondent Andreas Kneubühler: «Sehr schlecht? Mittelschlecht? Mittelschlecht wäre beispielsweise, wenn nun versucht wird, mit Hilfe

der öffentlichen Hand die Kredite abzulösen, die die Betriebs AG für den Innenausbau des Stadions aufnehmen musste. Das sind jährlich 1,2 Mio. Franken an Zinsen und Amortisationen. Damit könnte man der Stadt die noch offenen Sicherheitskosten locker bezahlen.»

Kneubühler spricht von einem «Konstruktionsfehler», den die Stadionbauer zu verantworten hätten – ein Steilpass für eine politische Debatte, die bei der Landschenkung beginnen könnte.

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