Musikfest vom Regen durchnässt

Über das Wochenende trafen sich 19 Musikkorps mit rund 700 Musikantinnen und Musikanten in Wolfhalden zum 11. Appenzeller Kantonal-Musikfest.

Max Pflüger
Merken
Drucken
Teilen
Beim Publikum kamen gefällige Melodien der Musikgesellschaft Lutzenberg sehr gut an. (Bild: map)

Beim Publikum kamen gefällige Melodien der Musikgesellschaft Lutzenberg sehr gut an. (Bild: map)

WolfhaldeN. Gemeinsam mit der Musikgesellschaft Reute hat die zahlenmässig kleine Musikgesellschaft Wolfhalden unter der Leitung von OK-Präsident Walter Bänziger das Appenzeller Kantonal-Musikfest organisiert. Trotz Wetterpech vor allem am Samstag erlebte das Dorf hoch über dem Bodensee ein Fest der Noten, Melodiensträusse und bunten Uniformen und Fahnen. Viel zur guten Laune trugen die hervorragenden Konzerte der Mnozil Brass Band Wien bei.

Ein Trostpflästerchen schenkte der Wettergott am Sonntag: Die Marschparade konnte bei kaltem, aber mehrheitlich trockenem Wetter durchgeführt werden.

Evolutionen unterm Wasserfall

Am Samstag dagegen regnete es in Strömen. An eine Durchführung der Parademusik konnte nicht gedacht werden. So entschloss sich das OK kurzerhand, aus dem Wetterpech das Beste zu machen. Die Aufführung der Marschmusik wurde kurzerhand in die Kirche verlegt.

Nur zwei Formationen liessen sich nicht abschrecken. Sie wollten es sich unter keinen Umständen nehmen lassen, trotz strömendem Regen ihre einstudierten Evolutionen auf der Strasse zu präsentieren: die Musikgesellschaft Stein und die Jugendmusik Grub-Eggersriet. Besonders für Stein lohnte sich der Einsatz: 1. Rang.

Ein etwas anderes Konzept für die Wettspielvorträge galt am Appenzeller Kantonal-Musikfest zum ersten Mal.

Die Vereine hatten nicht ein Pflicht- und ein Wahlstück vorzutragen, sondern ein Kurzkonzert mit beliebig vielen Stücken, in das das Pflichtstück eingebettet sein musste. Dabei galt es eine Zeitlimite von 15 bis 20 Minuten einzuhalten. Das Konzept kam beim Publikum gut an, da es die Wettspielvorträge abwechslungsreicher machte.

Zu fröhlich in der Kirche

Für die Musikvereine aber galt es Erfahrungen mit dem neuen Konzept zu sammeln, denn in die Bewertung wurden zusätzlich Punkte für die Programmgestaltung vergeben. Das bekam etwa der Musikverein Lutzenberg zu spüren. Am Abend beklagten sich die Musikanten, dass ihnen Punkte abgezogen wurden. Sie hatten in dem «Kirchenkonzert» eine fröhliche Polka aufgeführt.

Auszug auf der Rangliste:

Die Jugendmusik Heiden erzielte in der 3. Klasse den 1. Rang. Der Musikverein Lutzenberg in der 4. Klasse den 2. Rang. In der Parademusik belegten die beiden Vorderländer Musikvereine je den 7. Rang.