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Musikalischer Streifzug in den Norden

Die Stadtharmonie Eintracht Rorschach entführt ihre Zuhörer am Bummelsonntag ins Reich der Sagen und Legenden. Ihr Winterkonzert in der Kolumbanskirche bietet einen musikalischen Streifzug – unter anderem durch England, Irland und Schottland.

RORSCHACH. Mit ungewöhnlichen Spielorten und einem abwechslungsreichen Jahresprogramm trat die Stadtharmonie Eintracht Rorschach im 2013 ins musikalische Bewusstsein der Region. Am Rorschacher Bummelsonntag beschliesst sie ihr Kalenderjahr mit zauberhaften Kompositionen, die ins Reich der Sagen und Legenden führen.

Von Indianern und Hochzeiten

Das Frühlingskonzert unter Mitwirkung von Bewohnern des HPV Rorschach, die Vorabendkonzerte an der Kornhausbar, der zweite ausverkaufte Galaabend im Mariaberg – der Stadtharmonie Eintracht Rorschach fehlte es 2013 nicht an Ideen. Beim kommenden Winterkonzert schien Dirigent Suso Mattle die «Einträchtler Wassernixe» Patin gestanden zu haben. Mit «Savages – die Wilden» gibt er den Auftakt mit einem Tanz des französischen Barockkomponisten Jean-Philippe Rameau, dessen Opern zurzeit eine Renaissance erleben und durch ihren ungewöhnlichen Inhalt auffallen. Verzaubert von der Ausstrahlung zweier amerikanischer Ureinwohner schrieb er 1735 sein Opernballett «Les Indes galantes – Die galanten Indianer» und darin den «Tanz der grossen Friedenspfeife», der von Rob Wiffin für symphonische Harmoniemusik arrangiert wurde.

Die folgenden Kompositionen «Music for a Festival» des Engländers Philip Sparke und die «Serenade op. 22c» von Derek Bourgeois öffnen das ganze Feld der grossen Klänge zeitgenössischer Blasmusik mit ihrem festlichen Charakter. Während Philip Sparke den Zuhörer in einem opulent gefüllten Klangtopf schwelgen lässt, findet sich bei Bourgeois ein humoristischer Hintergrund: Er schrieb die Serenade für den Auszug aus der Kirche bei seiner eigenen Hochzeit. Warum seine Gäste im 11/8-Takt aus der Kirche hüpfen sollten – darüber kann nur spekuliert werden.

Im Reich der Mythen

Das folgende Werk «Der Traum des Oenghus» des deutschen Komponisten Rolf Rudin entführt die Zuhörenden auf die grüne Insel mit ihrer Zauberwelt. Basierend auf einer irischen Sage entstand dieses musikalische Poem, welchem die Geschichte des verliebten Königssohns Oenghus zugrunde liegt, dem in der Nacht ein Mädchen erschien. Krank vor Liebe liess er es in ganz Irland suchen und wandte sich in seiner Not an die Druiden, bis ihm schliesslich der Feenkönig helfen konnte. Dieser führte ihn an einen See, in dem das Mädchen zu einem Schwan verwandelt lebte. Die beiden erkannten sich wieder, und alles mündete in ein Happy End.

Dirigent Mattle betont, Rudins Werk sei nicht einfach eine Nacherzählung, sondern eine farbige, in grossen Bögen angelegte Illustration der Gefühlswelt des Königssohns und der Stimmungen in der berührenden irischen Welt. Mit «Blithe Bells» des australischen Komponisten Percy Graigner bläst die Eintracht zum Halali durch das Arrangement der Arie «Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht», einem Ohrenschmaus aus Johann Sebastian Bachs «Jagdkantate». Der musikalische Streifzug dieses Winterkonzertes in der Kolumbanskirche endet in Schottland, mit den vier schottischen Tänzen von Malcolm Arnold. Arrangiert hat sie John P. Paintner, und mit ihren Rhythmen und Kantilenen verdeutlichen sie die Schönheit der Highlands und der hebridischen See. «Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber schweigen unmöglich ist» – kein anderes Zitat würde dazu besser passen als das von Victor Hugo. Der Autor war zwar Franzose, aber einer, der sich in jede Welt versetzen konnte. (bca)

Sonntag, 8. Dezember, Pfarrkirche St. Kolumban, 17 Uhr Beginn, 16.15 Türöffnung; Eintritt frei, Kollekte

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