Musikalische Gegensätze

GOLDACH. Der Sängerbund Goldach und die Gesangsklasse der Musikschule Goldach überzeugten mit einem kontrastreichen und überraschenden Programm.

Verena Keel
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Die Jungen rockten ab und bildeten so den spannenden Gegensatz zum harmonischen und bodenständigen Sängerbund. (Bild: Urs Bosshard)

Die Jungen rockten ab und bildeten so den spannenden Gegensatz zum harmonischen und bodenständigen Sängerbund. (Bild: Urs Bosshard)

Das Konzert des Sängerbundes Goldach am vergangenen Samstag hielt, was das Motto «Gegensätze» versprochen hatte: Klassischer Männerchorgesang wechselte sich ab mit modernen Soli. Die Sänger und die jungen Frauen und Männer aus der Sologesangsklasse der Musikschule Goldach, die als Gäste mitwirkten, boten ein spannendes Programm. Der Gastgeber selber eröffnete den Abend mit einem fröhlichen, a cappella gesungenem Weinlied. Grösser hätte der Kontrast kaum sein können zum ersten Lied der Jungen: «My Generation» von The Who, gesungen von Alessandro Torre. Mit Playback, Lichteffekten und Tanz. Dann trat wieder der Männerchor auf, bodenständig und harmonisch. So wechselte das Programm hin und her.

Sängerbund beweist Vielfalt

Der Sängerbund beeindruckte mit seiner Vielfältigkeit. Da gab es klangvolle, getragene Stücke wie «La Pastorella» oder das Arrangement aus My fair Lady «Ich hätt' getanzt heut Nacht», welche die Männer mit Wärme und überzeugender Klangstärke darboten. Daneben auch freche und spritzige Lieder wie «Mit 66 Jahren» von Udo Jürgens oder «Ganz dä Bappe» bekannt vom Trio Eugster mit kabarettistischen Einwürfen. Der Sängerbund überzeugte auf der ganzen Linie: sein Gesang war direkt, sicher, deutlich, witzig, voll im Klang und mit sichtlicher Freude vorgetragen. Manche Lieder sang er a cappella, bei anderen begleitete ihn Ruth Falk am Klavier. Einen besonderen Leckerbissen bot Niccolò Paganini alias André Falk mit seinem eindrucksvollen, schelmischen Tenorsolo «Gern hab' ich die Frau'n geküsst» von Franz Lehár.

Die Jungen rocken ab

Die jungen Sängerinnen Jasmin, Roseanne, Priszilla, Donnabell Züger und Terry Helfer und Sänger Moritz Bernasconi und Alessandro Torre sangen die junge Version der Lieder. So bildete «Girls just wanna have fun» der Gegensatz zu Franz Lehár, «Mama Loo» von den Humphries Singers etwa war das Pendant zu «Ganz dä Bappe». Die Jungen überzeugten ebenso wie die Alten durch ihre schönen Stimmen, ihre rockigen und frechen Gesänge und ihre farbigen und fröhlichen Tänze. Das Laute, Farbige gegenüber dem Harmonischen, Spitzbübischen. Verbunden wurde dies alles durch die beiden Sprecher Niklaus Zahner, der nostalgische «Grufti» und Florian Aeschlimann, der schnoddrige Jungspund.

Mit dem gemeinsamen Konzert sollten Berührungsängste abgebaut, der Zugang zur Musik des anderen erleichtert, Respekt für andere Stilrichtungen geschaffen oder gar Freude an der Schönheit oder Eigenheit der Musik des anderen geweckt werden. Das ist Dirigent Bruno Vollmeier und Präsident Damian Keel mit ihrem Chor und Andrea Kapun mit ihren Gesangsschülern gelungen.

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