MUSIK: Ein herrliches Durcheinander

Am Adventskonzert präsentierte sich die Stadtharmonie Eintracht Rorschach als innovatives symphonisches Blasorchester.

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Markus Dürst begeisterte mit seinem Akkordeonspiel. (Bild: Barbara Camenzind)

Markus Dürst begeisterte mit seinem Akkordeonspiel. (Bild: Barbara Camenzind)

Wendig – und voller betörender Klänge: Dirigent Suso Mattle wusste genau, wie er sein Publikum begeistern konnte. Gallimaufry, das altenglische Wort für «Durcheinander», stand für ein wohlsortiertes und ausgesuchtes Programm der Musikanten im schwarzen Anzug und der roten Krawatte. Die «Jupiter Hymn» von Gustav Holst legten die Einträchtler hin, als wären sie in Covent Garden, London, zu Hause. Auch die von Holst bearbeitete Suite von Johann Sebastian Bach erklang in der Kolumbanskirche schneidig und glaskar. Bei der titelgebenden Suite «Gallimaufry» von Guy Woolfenden wackelten die Übergänge, aber der Klangkörper bestach durch die Renaissance-Anleihen, die so schön archaisch ins Blut gingen. Solist Markus Dürst eroberte die Herzen der zahlreich erschienenen Gäste im Sturm. Sein aus weichem Holz gearbeitetes Lanzinger-Akkordeon machte Astor Piazzolla alle Ehre. Er zauberte mit «Oblivion» und «Adios Nonino» argentinisches Flair in die kalte Ostschweiz. So berührend einfach kann gute Musik sein. Mit «Libertango», dem Werk, in dem Piazzolla sich endgültig zur Erneuerung seiner heimatlichen Musik bekannte, verabschiedeten sich der Solist und die Harmoniemusik. (bca)

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