MUSEUMSPÄDAGOGIK: Zum Plausch ins Museum

Acht Museen aus Stadt und Region haben gemeinsam ein Sommerplausch-Programm für Primarschüler organisiert. Eine Premiere.

Adrian Lemmenmeier
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Wie vor hundert Jahren: Im Textilmuseum können sich Kinder in Kleidern aus vergangener Zeit fotografieren lassen. (Bild: PD)

Wie vor hundert Jahren: Im Textilmuseum können sich Kinder in Kleidern aus vergangener Zeit fotografieren lassen. (Bild: PD)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Was frass eigentlich der Höhlenbär? Und wie schnürt man ein Korsett? Solchen Fragen können Primarschülerinnen und Primarschüler in einem neuen Sommerplausch-Angebot nachgehen. «Wundertüte Museum» heisst es und wird vom 11. bis am 14. Juli angeboten. Das Spezielle dabei: Erstmals haben Kunst- und Kulturvermittlerinnen aus acht verschiedenen Museen in Stadt und Region gemeinsam ein Programm auf die Beine gestellt.

Mit von der Partie sind sechs Museen aus der Stadt: Das Textilmuseum, das Naturmuseum, das Kunstmuseum, das Museum im Lagerhaus, die Kunsthalle und das Historische und Völkerkundemuseum. Dazu kommen das Forum Würth in Rorschach und das Zeughaus Teufen.

Kunstsafari und altes Gewand

Erst- bis Sechstklässler können die acht Museen an vier Tagen besuchen. Dabei machen jeweils zwei Museen an einem Tag ein gemeinsames Programm: In der Kunsthalle St. Gallen und im Zeughaus Teufen beschäftigen sich die Kinder mit der Frage, was in ein Museum gehört und warum. Im Lagerhaus und im Forum Würth gehen sie auf Kunstsafari nach Namibia und basteln eigenen Schmuck. Im Kunstmuseum und im Naturmuseum geht es ums Essen. Wieso malen Künstler so gerne Früchte? Wie man deren Flecken vor hundert Jahren aus den Kleidern wusch, können die Schüler im Historischen und Völkerkundemuseum lernen – und sich danach im Textilmuseum in altes Gewand aus der Jahrhundertwende kleiden.

Aus Bedürfnis zum Austausch entstanden

«Im museumspädagogischen Bereich haben Kooperationen zwischen den Museen in der Stadt bisher sporadisch stattgefunden», sagt Jolanda Schärli. Sie arbeitet in der Abteilung Bildung und Vermittlung im Historischen und Völkerkundemuseum. «Seit etwa einem halben Jahr kommen Kunst- und Kulturvermittelnde verschiedener St. Galler Museen regelmässig zusammen.» Diese Treffen seien aus dem Wunsch zum gegenseitigen Austausch entstanden. Wie gelingt eine richtig gute Führung? Woher holt man sich als Museumspädagoge ein Feedback, das einen weiterbringt? «Wir wollten unsere Erfahrungen miteinander teilen», sagt Schärli. «Und bekamen Lust, zusammen etwas zu machen.» Auch in Zukunft wolle man gemeinsam Projekte durchführen, sagt Schärli.

Der Sommerplausch bietet während der Schulferien verschiedene Freizeitaktivitäten für Schulkinder. Koordiniert wird das Angebot vom Jugendsekretariat. Beim Projekt «Wundertüte Museum» wird am Mittag auch gemeinsam gekocht und gegessen. «Uns war es wichtig, ein Programm anzubieten, dass den ganzen Tag dauert», sagt Schärli. Diese Vollzeitbetreuung sei auch ein gutes Angebot für die Eltern. Die Kinder können sich bei «Wundertüte Museum» für einen einzelnen Tag anmelden oder für alle vier. Anmeldeschluss ist morgen Freitag.

www.sommerplausch.ch