MUSEUMSNACHT: Feuerkunst und Sammelwut

Von Kunst bis Seife, von Bierflaschen bis Spielkonsolen: Was St. Galler Museen und Galerien alles sammeln, zeigen sie morgen Samstag von 18 bis 1 Uhr. An der Museumsnacht machen 34 Institutionen mit.

Roger Berhalter
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Die Feuerritter Fireknights werden der Museumsnacht ein heisses Finale bescheren. (Bild: PD)

Die Feuerritter Fireknights werden der Museumsnacht ein heisses Finale bescheren. (Bild: PD)

Roger Berhalter

roger.berhalt

er@tagblatt.ch

Zum Abschluss soll es ein Feuerspektakel geben: Am Samstag um Mitternacht werden die Ostschweizer Feuerkünstler Fire­knights beim Historischen und Völkerkundemuseum ihre Show zeigen. Mit brennenden Fächern und Schwertern werden sie – wenn das Wetter mitspielt – Figuren in den Nachthimmel malen.

Vor diesem heissen Finale geht es an der diesjährigen Museumsnacht von 18 bis 1 Uhr aber vor allem darum, was alles gesammelt wird. Schlicht «Sammeln» lautet das Motto der Museumsnacht, an der sich wieder 34 Institutionen beteiligen, vom Sitterwerk im Westen bis zum Botanischen Garten und dem Naturmuseum im Osten.

3000 Bierflaschen von 260 Brauereien

Sammeln kann man vieles, das zeigt ein Blick ins umfangreiche Programm. Zum Beispiel Seifen: Der Teenager Vasco Hebel, der wohl jüngste Museumsdirektor der Schweiz, zeigt in seinem Seifenmuseum an der Rorschacher Strasse 135 Tausende von Seifen aus aller Welt. Sammeln kann man auch Bierflaschen: Das Museum der Brauerei Schützengarten vereint mehr als 3000 Bierflaschen von über 260 Brauereien aus 130 Ortschaften. Das älteste Exemplar ist gemäss Ankündigung ein Tongefäss aus dem Jahr 1869. Sammeln lassen sich auch exotische Tiere, wie das Nilkrokodil aus dem Jahr 1623, das im Naturmuseum an der Wand hängt; es ist eines von nicht weniger als 300000 Objekten des Museums.

Einige sammeln auch alte ­Gamekonsolen: Im Projektraum Viereinhalb an der Lämmlisbrunnenstrasse stehen an der Museumsnacht alte Videospielkonsolen bereit, zum Anschauen und Ausprobieren. Sammeln lässt sich sogar das Nichts: Das Museum of Emptiness an der Haldenstrasse 5 geht das Thema Sammeln auf gewohnt philosophische Art an. «Sammle das Nichts aus der Leere», fordert der Kunstraum seine Besucher auf. Sammeln lassen sich auch Kunstbücher: Nicht weniger als 12000 Bücher und Bildbände zum Thema Kunst versammelt die Kunstbibliothek im Sitterwerk. Gesammelt wird natürlich auch die Kunst selber: Der Kanton St. Gallen öffnet an der Museumsnacht ausnahmsweise sein Depot in der Hauptpost für die Öffentlichkeit und zeigt rund 2000 seiner 6000 Kunstwerke.

Die Museumsnacht ist auch ein Familienanlass. Deshalb bieten die Museen ein umfang­reiches Kinderprogramm an. ­Beispielsweise kann man im Naturmuseum vom St. Galler Urzeitforscher Urs Oberli erfahren, wie man Dinosaurier sammelt (19 und 22 Uhr). Im Kunstmuseum können die Kleinen mit der Taschenlampe auf Schatzsuche gehen (19 und 23.30 Uhr). Im Turmzimmer der Bibliothek in der Hauptpost sind Geschichten von Frederik zu hören, der Farben und Wörter sammelt (18.30, 19.30, 20.30 Uhr). Im Botanischen Garten zeigt eine Floristin, wie man mit Früchten und Samen Dekorationen gestalten kann (18 und 21 Uhr).

Das Smartphone zeigt den Weg

Zu kaufen gibt es an der Museumsnacht wenig. Eine Ausnahme bildet das «Meet und Paint», das Künstlertreffen im Dachatelier an der Teufenerstrasse 75: Mehrere Künstler arbeiten den ganzen Nachmittag vor Ort an einem Kunstwerk. Um 20 Uhr kann man die Bilder ersteigern.

Erstmals können sich die Besucher an der Museumsnacht vom Smartphone leiten lassen. Die neue Webseite zeigt dem Nutzer auf Wunsch an, welche Institutionen in seiner Nähe liegen.

www.museumsnachtsg.ch

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