Muoler sind gespannt auf Saal

Die Projektpräsentation für den Muoler Mehrzwecksaal stiess auf grosses Interesse. Was die Plazierung angeht, waren die Besucher aber skeptisch.

Johannes Wey
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Architektin Barbara Frei (rechts) erläutert das Siegerprojekt. (Bild: Johannes Wey)

Architektin Barbara Frei (rechts) erläutert das Siegerprojekt. (Bild: Johannes Wey)

MUOLEN. Der Gemeinderat hatte die Muoler absichtlich zappeln lassen. Der Name des Architekturbüros, das den neuen Mehrzwecksaal bauen soll, war zwar bekannt (Tagblatt vom 16. Oktober). Wie das Projekt der Zürcher Frei + Saarinen Architekten aber aussieht, blieb bis zum Schluss der Informationsveranstaltung vom Montag ein Geheimnis. Die Modelle und Pläne, auch jene der übrigen Teilnehmer am Studienauftrag, blieben hinter dem Bühnenvorhang im «Adler»-Saal verborgen. Die Spannung war also gross, gegen 150 Einwohnerinnen und Einwohner kamen.

Vielseitigkeit wesentlich

Der Mehrzwecksaal von Frei + Saarinen wird seinem Namen gerecht: Mit einer Länge von 24 Metern, 12 Metern Breite und 7 Metern Höhe kann er nicht nur für kommunale und private Anlässe, sondern auch für Vereine und, wenn nötig, den Schulsport genutzt werden. Dazu gibt es eine Garderobe mit Dusche sowie Lager- und Stauräume, etwa für Sportgeräte. Bei Veranstaltungen bietet er bis zu 400 Sitzplätze. Als Option sind am südlichen Ende ausserdem drei Vereinsräume mit je rund 50 Quadratmetern möglich. Der neue Saal soll ein Holzbau werden, wie Architekt Martin Saarinen erläuterte: «Das ist ortsbaulich richtig, zeitgemäss und nachhaltig.» Eine grosse Fensterfront lenke den Blick schon vom östlich gelegenen Haupteingang ins Grüne westlich des Saals. Das Gebäude und sein Vorplatz sollen laut Saarinen ein Treffpunkt für das Dorf werden.

Mit den Planungen sei man nach dem Studienauftrag aber noch lange nicht am Ende: «Dieser Rohling wird jetzt zusammen mit der Baukommission weiter geschliffen.»

Eingepferchte Wohnungen

Damit ist gemeint, dass es noch architektonische Änderungen geben wird. Im Jurybericht wird unter anderem kritisiert, dass der Saal, wenn er wie von den Architekten angedacht auf Strassenniveau liegt, «zu eingegraben» wirke – was in der Diskussion prompt auch vom Publikum bemängelt wurde. Das Niveau soll nun angehoben werden, wodurch das Gebäude auch mehr Präsenz erhalte.

Eine Bedingung des Studienauftrags war auch ein Konzept, wie ein Teil der rund 4000 Quadratmeter grossen Parzelle abgetrennt und für ein privates Projekt genutzt werden könnte. Die Lösung von Frei + Saarinen Architekten sieht dafür den südwestlichen Viertel vor. Vor allem zu diesen Plänen gab es Kritik aus dem Publikum. Denn die Fläche befindet sich zwischen Schule, Sportplatz und Mehrzwecksaal, was besonders bei einer Wohnnutzung problematisch wäre. «Da ist Ärger programmiert», hiess es etwa.

Ende Januar abstimmen

Der Gemeinderat möchte nun bis im Dezember Gutachten und Antrag ausarbeiten. Der Gesamtkredit dürfte sich inklusive Reserve auf 4,5 Millionen Franken belaufen – der Verkauf einer Teilfläche könnte den Betrag noch senken, die Realisierung der Vereinsräume andererseits erhöhen. Abgestimmt wird an einer ausserordentlichen Bürgerversammlung Ende Januar 2016.