MUOLEN: Langer Weg zum Baustart

Zehn Jahre geht der Wunsch nach einem neuen Gemeindezentrum in Muolen zurück. Nun hat Gemeindepräsident Bernhard Keller die Bauarbeiten offiziell eingeläutet.

Judith Schönenberger
Drucken
Gemeindepräsident Bernhard Keller und Architektin Barbara Frei formen den Grundstein für den Mehrzwecksaal in Muolen. (Bild: Michel Canonica)

Gemeindepräsident Bernhard Keller und Architektin Barbara Frei formen den Grundstein für den Mehrzwecksaal in Muolen. (Bild: Michel Canonica)

Ein Kran ragt über die Dächer Muolens, in einer Baugrube werken Bauarbeiter. Sichtlich erfreut begrüsst Bernhard Keller am Freitagnachmittag seine Gäste auf der Baustelle des neuen Mehrzwecksaals. In einer Ansprache lässt er die turbulente Planungsgeschichte Revue passieren und dankt allen Beteiligten, vor allem «den Bürgern, die dem Projekt ihr Vertrauen geschenkt haben». Danach füllen Keller und die Architektin Barbara Frei nassen Zement in eine Form und fertigen den Grundstein für das Gebäude gleich selbst.

Es war für die Muoler ein steiniger Weg bis zum Baubeginn. Vor rund zehn Jahren war ein neuer Mehrzwecksaal in einer Gemeinderatsklausur erstmals ein Thema. Zwei Jahre später veranstaltete der Gemeinderat einen Projektwettbewerb und entschied sich für die Variante «Bühnenspiel» eines Liechtensteiner Architekturbüros. 2011 dann der Schock: Es kam raus, dass der Neubau auf Grund von Fehleinschätzungen externer Fachleute nicht 3,8, sondern 5,4 Millionen Franken kosten würde. Der Gemeinderat zog die Notbremse und legte die Pläne auf Eis. «Dies war definitiv der richtige Schritt», sagt Keller. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde bereits 275 000 Franken für die Planung des Mehrzwecksaals ausgegeben. 2013 wurde das Projekt «Bühnenspiel» dann verworfen.

Gemeinderat hat zweite Chance erhalten

An der Bürgerversammlung 2014 erhielt der Gemeinderat eine zweite Chance. Eine knappe Mehrheit stimmte dem Kredit für einen erneuten Projektwettbewerb zu. Aus diesem ging das Siegerprojekt des Zürcher Architekturbüros Frei und Saarinen hervor. Nun haben die Bauarbeiten begonnen. Ob der freudigen Stimmung auf der Baustelle scheinen die anfänglichen Schwierigkeiten bald vergessen. Nach dem symbolischen Akt lädt Keller die Anwesenden zum Apéro ins Foyer des Adler-Saals ein. Dort erläutert Architektin Frei, welche Änderungen seit der Projektpräsentation im November 2015 vorgenommen wurden. Dabei wird deutlich, dass der Gemeinderat die Kosten überwacht und niedrig halten möchte. Er hat aus früheren Fehlern gelernt.

Sichtbeton statt Holzfassade

Der Mehrzwecksaal, der ursprünglich als Holzbau geplant war, erhält eine Sichtbetonfassade. Im Gebäude wird es eine mit Fernwärme betriebene Bodenheizung geben. Anstelle eines Treppenlifts wird auf Grund der Vorgaben für Menschen mit Behinderungen ein Personenlift eingebaut. «Wir haben die Räume teilweise wiederholt versetzt. Mehr optimieren kann man nicht», meint Frei. Auch Gemeindepräsident Keller kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. «Am besten gefällt mir, dass wir ein Gebäude realisieren können, das die Interessen aller Beteiligten unter einem Dach vereint.»