Müllers Premiere in Aachen

Die EM in Aachen war für den Voltigierer Andrin Müller ein lang erwarteter Höhepunkt. Mit dem elften Rang überzeugte der St. Galler. Doch für die Schweizer Meisterschaft in einem Monat sieht er noch Verbesserungspotenzial.

Raya Badraun
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Zurück aus Aachen: Andrin Müller trainiert in der Reithalle Kreuzbleiche bereits für den nächsten Wettkampf. (Bild: Michel Canonica)

Zurück aus Aachen: Andrin Müller trainiert in der Reithalle Kreuzbleiche bereits für den nächsten Wettkampf. (Bild: Michel Canonica)

REITEN. Consilio war der einzige, der ruhig blieb. Gelassen drehte der braune Wallach in Aachen seine Runden, als wäre es ein Training in der alten Reithalle Kreuzbleiche. Dabei war es eine Premiere. Seit 2011 bilden Consilio und der junge Reiter Andrin Müller ein Team. Der St. Galler war damals schon seit zehn Jahren Voltigierer, international hatte er jedoch so wenig Erfahrung wie sein Pferd. Doch es harmonierte zwischen den beiden. Und so qualifizierten sie sich bereits ein Jahr später für die Junioren-EM. Die europäischen Titelkämpfe in Aachen waren nun die ersten bei der Elite. Dem 21jährigen Müller schlug das Herz vor der Kür deshalb bis zum Hals. Auch auf dem Pferd konnte er seine Nervosität nicht zügeln. Nach kurzer Zeit verlor er den Rhythmus und die Ruhe.

Starkes Technikprogramm

Eine Woche später ärgert sich Müller über die misslungene Kür. Denn die weiteren Auftritte in Deutschland bewältigte er danach mit Bravour. Im Technikprogramm war er gar der fünftbeste Voltigierer überhaupt – eine Überraschung für Müller. In den vergangenen Jahren war dies immer sein Zitterprogramm gewesen. Dank viel Training konnte er es mittlerweile jedoch stabilisieren. Ohne die Fehler in der Kür wäre deshalb wohl ein Platz unter den besten zehn möglich gewesen. So blieb ihm bei der Premiere der ebenfalls gute elfte Rang. Doch Müller denkt nicht lange darüber nach. Der Zimmermann ist bereits wieder im Training. Nach dem Wettkampf ist schliesslich vor dem Wettkampf.

Am letzten Wochenende im September findet im zürcherischen Gossau die Schweizer Meisterschaft statt. Es ist Müllers letzter Auftritt in dieser Saison und der zweitwichtigste nach Aachen. Den Titel strebt Müller auf nationaler Ebene jedoch nicht an. Zwar nähert er sich in den vergangenen Jahren seinem grössten Konkurrenten Lukas Heppler an. Dieser zeigt in der Pflicht und Kür jedoch noch immer schwierigere Übungen. Wie lange, wird sich jedoch zeigen. Müller trainiert regelmässig mit dem Berner Heppler, der nur ein Jahr älter ist als er. «Wir lernen voneinander und können uns auch immer wieder pushen», sagt Müller. Sein Ziel ist es, den Anschluss an seinen Konkurrenten nun so schnell wie möglich zu schaffen.

Eine saubere Kür als Ziel

An der Schweizer Meisterschaft geht es dieses Jahr jedoch noch nicht darum, Heppler in den Schatten zu stellen. Stattdessen will Müller als Abschluss der Saison noch einmal eine saubere Kür zeigen. Um die Übungen zu stabilisieren, hat er nun noch vier Wochen Zeit. Zudem wird er an den Titelkämpfen wohl kaum mehr durch zitternde Hände gebremst. Immerhin ist es nicht seine erste Schweizer Meisterschaft.