Mühlegut-Pläne in der Kritik

An ihrer Bürgerversammlung zeigen sich die Goldacher Ortsbürger offen für soziales Denken. Der Ortsbürgerrat äussert sich kritisch zur Verlängerung der Mühlegutstrasse. Ein Votant bangt um ein eigenständiges Goldach.

Peter Beerli
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Der Ortsbürgerrat informiert die Stimmberechtigten in der Aula über die Ergebnisse und seine Sichtweise der Entwicklungsstudie Mühlegut. (Bild: Mas)

Der Ortsbürgerrat informiert die Stimmberechtigten in der Aula über die Ergebnisse und seine Sichtweise der Entwicklungsstudie Mühlegut. (Bild: Mas)

GOLDACH. Am Freitag treffen sich 153 von 669 stimmberechtigten Ortsbürgern in der Aula der Musikschule. Sie tun es im Wissen um ihre Pflicht, das Gemeindegut zu pflegen und zu verwalten und mit ihren Mitteln gemeinnützige, kulturelle und andere Aufgaben im öffentlichen Interesse zu erfüllen.

Vom Baden zum Museum

2013 wurden 21 Vereine und Institutionen mit Beiträgen von zusammen knapp 80 000 Franken unterstützt. Dazu haben die Ortsbürger sämtlichen Goldacher Kindern das Badeabonnement bezahlt. Im laufenden Jahr gilt die Grosszügigkeit sowohl Kindern und Erwachsenen: Sämtlichen Goldachern wird der freie Eintritt ins Museum im Rorschacher Kornhaus gewährt.

Wohnraum hat Vorrang

Der von Präsident Rolf Heinzmann geleitete Verwaltungsrat beschäftigte sich zusammen mit dem Gemeinderat mit der Entwicklungsstudie Mühlegut. Aufgrund der zentrumsnahen Lage des Grundstücks setzt sich der Ortsbürgerrat dafür ein, dass hochwertiger Wohnraum zur Verfügung gestellt werden kann. Zusammen mit dem Autobahnanschluss könnte sich der Rat unter bestimmten Voraussetzungen eine Verlängerung der Mühlegutstrasse vorstellen. Ohne den Autobahnanschluss wird der Verwaltungsrat aber das Projekt zur Verlängerung der Mühlegutstrasse nicht unterstützen. Eine der letzten hochwertigen Baulandreserven in zentrumsnaher Lage würde durchtrennt. Die Mühlegutstrasse müsste die Funktion einer Umfahrungsstrasse übernehmen und die Sicherheit von Schülern der Kirchenfeld-Anlage, Bewohnern im Haus Mühlegut und Besuchern der Bibliothek und der Spielgruppe wäre nicht mehr gewährt.

Der Rat wird auch der Landumlegung Thannäcker und der Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben auf der letzten Baurechtsparzelle an der Felbenstrasse die nötige Beachtung schenken.

70 000 Franken Überschuss

Verschiedene Wasser- und Sturmschäden in der Siedlung Witen, im Eschlen- und Rantelwald sowie an Liegenschaften am Warteggweg führten im Mai und Juni vergangenen Jahres zu unerwarteten Kosten. Auch 2014 gilt der Betriebsplanung in den Wäldern die Aufmerksamkeit des Rates. Schliesslich können aus dem Ertragsüberschuss der Jahresrechnung 2013 70 000 Franken für die Thannäckerstrasse zurückgelegt und 151 Franken dem Eigenkapital zugewiesen werden. Für 2014 wird ein Ertragsüberschuss von 174 700 Franken budgetiert. Alle Traktanden passieren ohne Wortmeldungen einstimmig.

«Ich will Goldacher bleiben»

In der Umfrage gibt Ruedi T. Sonderegger mit dem Slogan «Ich will Goldacher bleiben!» der Liebe zum eigenen Dorf Ausdruck und votiert gegen die Prüfung einer Fusion mit den Nachbargemeinden Rorschach und Rorschacherberg.